Veritas!

Verdammt lang her, als meine Mutter an einer grauen Nähmaschnine mit elfenbeinfarbenen Bedienelementen saß. Kleider, Westen, Jacken und farbige Bettlaken sowie Gardinen und Stores entstanden damals in Heimarbeit. Eine Veritas Schrank/ Versenknähmaschine mit Tretwippe war ihr heiligstes. Es erstaunt mich noch heute, was diese Maschine geleistet hat. Auch wir besitzen noch so ein Erbstück. Etwas moderner, mit Motor, aber eine echte Veritas…

und sie geht wieder!

back to life im alten Glanz

Lange Zeit war sie in ihrem Tisch versenkt- die Motorsteuerung war defekt und der Unterfadenspanner machte Probleme. Meine Frau hatte sich daher eine der modernen freiarm Nähmaschinen zugelegt.
Irgendwann kam ich an einem Sperrmüllhaufen vorbei, auf dem so eine Veritas lag… Ungepflegt und rostig aber komplett. Mir unverständlich, wie man soetwas wegwerfen kann… Dafür gibt es doch Auktionsplattformen wie Hood.de oder Ebay… Außerdem halte ich das für ein Stück technischer Kulturgeschichte… Schließlich wurden diese Maschinen im ehemaligen Singer Werk in Wittenberge gebaut.

und Bedienungsanweisung

Maschinenunterseite

Hier, nach der Instandsetzung unser „Schätzchen“ von unten. Stolz bin ich auch auf die noch vorhandene Bedienungsanweisung. Sie läßt sich zwar heute noch beschaffen, unterliegt aber einem Copyright, so das ich sie hier nicht näher vorstellen kann.

typisch DDR- Style

Pressspahntisch mit Schublade

Und so sieht es aus, wenn sie „schläft“… Übrigens ist die Schublade eigentlich eine Klapplade in der man gefühlte 1000 Garnhalter und Platz für Zubehörteile hat. Ganz nach Singer- Tradition.
Sie darf weiter ruhen- und ab und an hohle ich sie aus der Versenkung…. Den Ersatzteilspender habe ich konserviert- man kann ja nie wissen 🙂

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