reif für die Insl…

 

Es gibt Städte, die suchen nach originellen Veranstaltungsorten um Kleinkunstprojekte wenigstens zum Teil über die Eintrittsgelder zu refinanzieren und der kulturinteressierten Bevölkerung auch aus ärmeren Schichten bezahlbare Events zu ermöglichen. Die Stadt Kyritz besitzt ein solches Areal, ohne eigentlich zu wissen, welches Potential dort vorhanden ist. Gemeint ist hier die Insel im kyritzer Untersee.
Obwohl ich schon weit über 10 Jahre hier zu Hause bin, gab es noch nie einen Grund für mich dorthin zu fahren. Es soll dort schon ein paar Konzerte und Feiern gegeben haben, allerdings drang das nie bis an mein Ohr- und vielen meiner Bekannten geht es ähnlich. Dabei hätte die „Insl“ das Zeug zum Kulturkleinod- gäbe es ein erkennbares, gemeinsames Konzept von Stadt und Betreiber.
Was man dort so machen kann, zeigte sich, als die Künstlerin Anett Glöckner zum Tag des offenen Ateliers dorthin einlud. Um dem Ideenklau Einhalt zu gebieten, gibt es hier keine Fotos von den Textinstallationen. Für alle, die trotzdem gerne mal was kopieren folgender wichtiger
Hinweis: da auf den Fotos in diesem Beitrag gegebenfalls Kunstwerke zu sehen sind, die NICHT mein geistiges Eigentum darstellen, unterliegen die Fotos dem Copyrigt und dürfen nicht ohne meine Genehmigung und die der Künstler von Dritten verwendet werden.
Hier erstmal ein paar Bilder, damit man vom Ort eine Vorstellung hat..

Innen besitzt die ehemalige „Ausflugsgaststätte“ ein besonderes Ambiente, das sie für Künstler und Kunstinteressierte interessant macht. Ich will hier lobend erwähnen, das die jetzigen Betreiber sich auch wirklich mühen, dem Ort wieder ein Flair zu geben, ohne ihn seiner Identität zu berauben. Die eigentliche Gaststätte besteht aus einem großen und zwei kleineren Räumen, welche sich hervorragend als kleine Galerie eignen.

Wir hatten hier einen wirklich gelungenen Abend, nicht zuletzt der angenehmen Atmosphäre wegen, ganz abgesehen von den Künstlern, die hier ihr Bestes gaben. Neben Anett Glöckner, Lukas Sabionski und Anne-Katrin Schülke waren das auch die 3 Kinder aus der Grundschule Wusterhausen, die hier mit eigenen Texten überraschten und deren Kreativität von Frau Glöckner ins Programm mit eingebaut wurde. Hier ein paar Bilder:

Die drei Hauptakteure des Abends, die das Publikum begeisterten… Anett Glöckner, die durch ihr vielfältiges künstlerisches Schaffen immer wieder begeistert. Sei es durch Texte oder ihre Installationen. Mit viel Engagement erweckt sie auch die Künstler in unseren Schulkindern, die dann wieder „beflügelnd“ auf sie wirken. Wer sie kennt ist immer wieder erstaunt…
Als ein wirkliches Talent ist auch Lukas Sabionski anzusehen: wenn er zu singen beginnt, sucht man (vergebens) nach einer Box und einem Playback- Gerät. Aber er ist nicht nur ein begnadeter Sänger sondern auch noch ein guter Pianist, wie wir durch seine Improvisation hören durften, die übrigens für einige Besucher das Highlight des Abends war.
Anne-Katrin Schülke, die sich auch noch in der Ausbildung befindet, hatte leider ein Stimmenproblem und mußte Ihre Stimme daher schonen- aber als Begleiterin am (E-) Piano zeigte sie ihr Gefühl für Musik. Mit ihrem feinen Gespür für den Ton hatte sie ein „goldenes Händchen“ für Akustik und Lautstärke an diesem Abend.
Laut kann jeder- aber angenehme Beschallung und Musik, ohne, wie so oft üblich, die Leute „umzublasen“, läßt den wirklichen Profi erkennen.

Kinder...

Kinder der Grundschule Wusterhausen

Wie schön wäre es doch, hier wöchentlich Lesungen, Ausstellungen und kleine aber feine Konzerte zu haben. Wenn im Sommer die Musiker zum tanz aufspielen würden… Eine kleine Bühne gibt es draußen ja schon.
Aus der jüngeren Vergangenheit ist noch eine Menge an erhaltenswertem vorhanden, wie man auf den nächsten Bildern sehen kann. Die DDR- Bänke oder die Lichspalt- Säulenlampen, die ich ja am liebsten sofort abgebaut hätte, um sie zu reparieren….

Als Veranstaltungsort für kleine (Open Air-) Konzerte auch denkbar- wenn man es mit der Lautstärke nicht übertreibt. Die Insel hat ja auch den Vorteil, das der „Krawallbruder“, egal aus welcher (politischen) Richtung er auch kommt, im Ernstfall nicht mit auf die Fähre darf. Und wenn er schwimmt? Dann ist er abgekühlt genug und hat sich ausgepowert, wenn er dort ankommt.
Die Stadt Kyritz wäre sicher gut beraten, die Insel als Kulturstätte zu etablieren, denn das Konzept Ausflugsgaststätte, welches ja noch aus der DDR stammt, ist sicherlich keine stabile Lebensgrundlage für die Betreiber. Abgesehen vom Fährmann, der ja von Symphatie, Lust und Liebe auch nicht satt wird. Ich wünsche den jetzigen Betreibern in allen Dingen eine gute Zeit und weiterhin Kreativität… Das die Insel die INSL bleibt und vielleicht die Kulturinsl wird…

3 Gedanken zu „reif für die Insl…

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