Prolog
Blogissimo hat eine „Blogparade“ ins Leben gerufen und das Thema „Vornamen“ ist für mich ein heikles. Vor- und Nachname bieten ein Zusammenspiel, was Fragen aufwirft…
So What?
Wenn man mit Vornamen Wolf und mit Nachnamen Jäger heißt, finden das alle lustig- nur man selbst nicht. Das ging in der Schule schon los: „Wolf pass auf der Jäger kommt!“ ist mir da noch in Erinnerung. „Der erste Wolf der schießen kann!“ , dagegen ist „Franz Jäger Berlin“ (fiktive Tresormarke in den Olsenbande Filmen) harmlos.
der Umgang
Manchmal werde ich ungläubig gefragt: „Wie schreibt man das?“ Meine Standardantwort: „Wolf so wie Rotkäppchen und Jäger so wie Förster!“ Oft wird dann doch ein Wolfgang daraus… Vor etlichen Jahren musste ich mal auf ein Amt, man bekam am Schalter eine Marke und die Personalien wurden aufgenommen: „Wie schreibt man das?“ Wolf so wie Rotkäppchen…“ Die Zeit verging und ab und an wurde ein Herr Förster aufgerufen…
Oft werde ich gefragt, was sich meine Eltern dabei gedacht haben… Meist erwidere ich, das es auch in der DDR Drogen gab…. Eine Erklärung meiner Eltern gab es trotz Nachfrage nie.
schön wäre es gewesen
Ach ja, gern hätte ich einfach „David“ geheißen. Egal ob englisch oder deutsch ausgesprochen. „Dave“ wäre eine schöne Koseform gewesen, für die Frauen in meinem Leben. Wer bitteschön will „Wölfchen“ genannt werden, oder wie mein Lehrausbilder leicht humoresk rief:“Wölfi“. Nee, bitte nicht- don´t do so.
Kinder
Meine 3 Töchter heißen Ulrike, Tabea und Luiza. Sie haben verschiede Mütter, deshalb haben sie auch, vom Style her, verschieden Namen. Wenn es nur nach mir gegangen wäre, würde Ulrike sicher Jessica heißen. Sie meinte mal, das sie es hätte schlechter treffen können, aber es gäbe keine schöne Koseform. Tabea hat sich nie beschwert. Die Jüngste, Luiza, ist zwiegespalten: einerseits mag sie es, so unverwechselbar zu sein, auf der anderen Seite ist sie manchmal genervt, wenn sie ihren Namen buchstabieren muß. Sie hat noch einen zweiten Vornamen: Ryanne. Mit dem geht es ihr ähnlich. Mir knapp 60 ist das Thema Kinder sicherlich durch, aber wenn die nächste Tochter käme, würde ich sie „Fritzi“ nennen. Wenn die Große ein Junge geworden wäre, wäre sie ein „Felix“ geworden, bei den beiden anderen stellte sich die Frage nicht.
Epilog
Natürlich will man für seine Kinder einen besonderen Namen, der in die Zeit passt, an Verwandte erinnert, oder den man einfach mag. Aber, Namensgebung darf kein egozentrischer Ausflug sein, Namen lösen Reaktionen oder und Vorstellungen aus, die nicht immer positiv sein müssen.