Vorwortliches
Manchmal passieren Dinge einfach so, Schlag auf Schlag und man muss Entscheidungen treffen, die einem keine Zeit zum Nachdenken geben oder man hat schon lange vorher überlegt „was wäre wenn“- um dann doch mit der Situation überfordert zu sein.
Was ist passiert?
Anfänglich dachten wir, unser Hund hätte etwas schlechtes gefressen- früh war die Küche voll mit erbrochenem- aber, wir sollten uns täuschen. Unser Hund hat einen gesunden Appetit- eigentlich… 24h später das selbe Bild, nun lag unser „Hondolinchen“ apathisch in der Ecke, erbrochen hatte sie nur Schleim- gefressen hatte sie ja nichts.
Da meine bessere Hälfte schon Rentner ist, bin ich zum Dienst und sie zum Tierarzt. Als ich nach hause kam war kein Hund da- den ganzen (Arbeits-) Tag ging es mir schlecht- es war ein Schock. Niemand kam mir freudig entgegen und geleitete mich zur Kaffeetafel um ein Stück vom Keks zu bekommen. Kein Anruf erreichte mich, keine Nachricht. In meinem Inneren breitete sich eine Leere aus. Nach der Arbeit hatte ich Angst und habe mich nicht getraut anzurufen…
und weiter?
Die Frau an meiner Seite wollte mich nicht verrückter machen als ich ohnehin schon war… Unser Hund hingegen war beim Veterinär unserer Wahl und bekam eine Infusion.
- Pankreatitis (Bauschpeicheldrüsenentzündung)
- Dehydrierung
- Störung des Elektrolyte- Haushaltes
- dadurch Nierenversagen
- freie Flüssigkeit im Bauchraum (Blut)
Ich war geschockt.
Was ist das für ein Tier?
Unser Hund ist (für uns) etwas besonderes. Sie hat nie in den Postboten gebissen, Kindern in die Hand „gekniffen“, lässt sich ohne Knurren das Futter wegnehmen- freut sich über jeden Besuch, kommt mit Hunden, Pferden und Katzen klar. Ein Superhund- denn in jungen Jahren konnte sie sogar fliegen- hat sie mir doch 2 mal das Frühstücksbrötchen aus der Hand „genommen“ ohne mich dabei zu berühren- aus dem Sprung.
Sie ist ein echter „Sheprador“ – eine Mischung aus Labrador und Australian Sheperd. Vom Labrador: schwimmen, Gutmütigkeit, der Wunsch zu gefallen, vom „Aussi“- Klugheit, Neugier.
- die Liebschaft!
- so entspannt
- unser Hund am Ostseestrand
- immer in meiner Nähe
Natürlich haben beide Rassen nicht nur gute Eigenschaften: sie frisst gern, viel und alles, ist distanzlos und verbellt und bellt gern- aber nie ohne Grund. Sie ist wachsam.
die Entscheidung
Nun war es so weit: eine zweite Ultraschalluntersuchung wurde gemacht- und wir haben vorher DIE ENTSCHEIDUNG getroffen- wenn es nicht heilbar ist, soll sie dahin gehen wo die Würstchen an den Bäumen wachsen und der Kirschjoghurt nie versiegt, wo es jeden Tag einen neuen Fuchsbau gibt, den man verbellen kann… Es wäre ein Abschied gewesen, aber wir sind es ihr schuldig, sie zu erlösen,wenn sie nicht mehr Hund sein kann sondern nur noch Patient ist.
Es ist ein Sch*** Gefühl.
Aufatmen
Keine Tumore, keine freie Flüssigkeit. Die Infusionen haben ihren Zustand merklich verbessert. Heute nochmals eine Blutuntersuchung, um zu sehen ob sie auch sonst auf einem guten Weg ist.
Summa Summarum
So schnell kommt man zu einer Entscheidung über Leben und Tod. Ungewollt in voller Härte. Für alle, die jetzt meinen- „ist doch nur ein Hund“:
- das letzte Kind hat Fell (ist also echtes Familienmitglied)
- man wirft ein Leben nicht weg, nur weil es einem Hund gehört
- Verantwortung wahrnehmen
Unser besonderer Dank gilt den Hoftierärzten für ihre Empathie, fachliche Kompetenz und schnelle Hilfe. Wir bekommen keinerlei Rabatt oder irgendwelche Gratisleistungen, wenn ich das Team der Hoftierärzte hier erwähne, aber sie sind Tierarzt 2.0! Warum?
- stilvolle Einrichtung im Wartebereich-werbefrei
- getrennte Hunde- und Katzenwartezimmer
- absolute Sauberkeit- ein leichter Geruch von Desinfektion
- sämtliches Personal ist in medizinischer Bekleidung
- moderne Diagnostik (Ultraschall, Röntgen)
- eigenes kleines Labor
- EMPATHIE!!!
In einem „Das sind Wir“ Video fällt der Satz „Wir sind stolz Teil dieser Region zu sein!“ Die Region kann stolz auf euch sein!
dieser Beitrag ist Bestandteil von Sari’s Projekt 52





