die Begrifflichkeiten
Seit Jahren besitzen wir diese Schönheiten. Amaryllis, Ritterstern, Hippeastrum… Halt- falsch- Wir haben Rittersterne, also lateinisch Hippeastrum. Die lateinisch als Amaryllis bezeichneten Blumen sind „Belladonnalilien“ und blühen im Sommer. Der allgemeine Sprachgebrauch ist also falsch und damit irreführend. Hier geht’s um Hippeastrum, die zu deutsch Rittersterne heißen.
das Besondere
Früher hatte ich eine Menge einzelner Töpfe, die alle von einer „Urzwiebel“ abstammen. Je nach Sorte „kindeln“ Rittersterne mehr oder weniger. Das heißt, es bilden sich Tochterzwiebeln, die nach etwa 2 Jahren blühfähig sind. Stellt man die Zwiebeln (hinter dem Fenster) in die Sonne gedeihen sie und entwickeln einen riesigen Durst. Leider kann man sie nicht im Wasser stehen lassen- Zwiebelbodenfäule, „roter Brenner“ und andere Krankheiten würden binnen kurzer Zeit zum Sterben der Rittersterne führen. Also täglich dosiert gießen!? Dann muß man mal weg, irgendetwas kommt dazwischen…
Da kam ich auf die Idee Blumenkästen mit Wasserreservoir zu verwenden. Jetzt reicht es aus 2 mal die Woche zu gießen. Im Schatten reicht ein mal wöchentlich.
Die Blumenkästen laufen über, wenn das Reservoir voll ist- somit keine Staunässe möglich. Das Bild heißt „der Minerva- Kasten“ weil dort nur Rittersterne der Sorte Minerva verpflanzt sind.
Zur Kulturführung ist noch zu sagen: Gleichmäßige Feuchte führt (fast immer) zu Pilzbefall und andauernde Trockenheit meist zu tierischen Schädlingen wie Spinnmilben oder Thripsen. Zu starke Trockenheit ist auch für die Kulturpflanze nicht von Vorteil.
Um das zu umgehen, bin ich bei einer wechselnden Kulturführung geblieben: Kästen und deren Reservoir ganz „fluten“ und erst wieder gießen, wenn die Erde im Kasten richtig trocken ist- dann aber wieder mit Wasser nicht sparen.
Lifetime: So einen Kasten topfe ich nicht jedes Jahr um- viel zu viel Arbeit. Wenn man gute Blumenerde verwendet, die noch einen Torfanteil besitzt, reichen alle 3 Jahre aus. Das erste Jahr dünge ich auch nicht, da die Blumenerden alle aufgedüngt sind. Dadurch kann man schnell überdüngen.
Sonstiges
So gegen Ende November/ Dezember gieße ich nur noch ganz wenig- dann beginnt die Ruhephase, das Laub wird gelb und man kann es abschneiden. Im Januar halte ich dann die Erde etwas feuchter- damit die Zwiebeln einen „Startanreiz“ in die nächste Saison bekommen.Obwohl es bekannt ist, erwähne ich es hier nochmal ausdrücklich: Rittersterne sind giftig! Wer empfindliche Haut hat, trägt beim Umtopfen also besser Handschuhe!
Ein Blütenstand mit nur 2 Blüten haben entweder nur sehr junge Pflanzen oder schlecht ernährte. Zu geringes Erdvolumen kann auch eine Ursache sein. Das Problem umgeht man mit der „Kastenmethode“ ebenfalls.
Ein weit verbreiteter Irrglaube ist, das man die Zwiebeln beim Umtopfen von der Hülle aus getrockneten Zwiebelschalen befreien muss- NEIN- die Pflanze legt sie sofort wieder an um sich vor Austrocknung zu schützen. Das macht man nur, wenn man Pilzerkrankungen hat, um den ungebetenen „Gästen“ Lebensraum zu nehmen.
Kastengrößen: ich benutze Blumenkästen mit 60 oder 80cm Länge für je 3 Zwiebeln. Es gibt auch für Blumenkästen Untersetzer- wer Angst hat, das der Kasten mal überläuft, sollte sich soetwas zulegen.
Hier noch ein paar Archivbilder aus meiner Fotosammlung, die nicht explizit für diesen Artikel gemacht wurden aber alles noch ein wenig „aufhübschen“.
- sollte eigentlich weiß blühen…
- diese Zwiebel ist schon 8 Jahre alt
Unwissenswertes
Weiße Rittersterne haben die längsten Blütenschäfte. Da sind 80cm bis über ein Meter keine Seltenheit.
Ritterstern Pflege
Wer mehr wissen will und darüber nachdenkt, seine eigenen Sterne zu haben, dem empfehle ich diesen Artikel:
Der Verfasser und ich sind zwar nicht immer einer Meinung, sein Weg ist der klassische, aber wenn man Hippeastrum haben möchte, gibt’s da viel Wissen.
In dem Artikel von Parzelle 94 wird auf eine wichtige Kältephase hingewiesen (mache ich nie, weil ich es nicht kann) und es wird das Entfernen alter Zwiebelhüllblätter empfohlen- alles Andere was Stefan dort schreibt findet meine vollste Zustimmung.
Das mit der Kältephase ist sicher förderlich- bei mir aber nicht notwendig: Wir leben nicht in überheizten Räumen- 20/21 Grad bei Fußbodenheizung, die Blumenkästen stehen alle 3 an Fenstern, die auch mal eine Stunde angekippt sind- da gibt’s dann Abkühlung. Mag sein, dass das der Schlüssel zum Glück ist…
Dieser Artikel gehört ebenfalls zur Bloggerinitiative „Projekt 52„






























