Sternenfahrt in Neuruppin

Für viele junge Menschen ist ein Motorisiertes Zweirad ein riesiger Schritt in die Unabhängigkeit und für die Eltern eine Entlastung. Wer will denn „freiwillig“ den Nachwuchs Sonntag früh um 3 aus der Disco abholen, zum „Nebenjob“ fahren oder zu Freunden kutschieren. Mal ist das ja alles kein Problem, aber dabei bleibt es ja nicht…

Wenn dann eine 16 jährige in der Motorradausbildung tödlich verunglückt ist das unvorstellbar schrecklich. Es ging ja durch die Medien: „auf regennasser Fahrbahn ist heute eine…LKW …tödlich“. Ihre Familie, der LKW Fahrer und der Fahrlehrer- mit denen will keiner tauschen.

Wer jetzt den „Armleuchter“ raushängen lässt, und meint ‚Motorradfahren ist eben gefährlich‘ dem sei gesagt- „Du hast keine Ahnung von der Materie!“ Ja, es ist gefährlich, aber es ist auch sehr emotional- die Schnellen genießen das Gefühl vom fliegen, die Cruiser, wie ich, lieben den Wind um die Nase und die Gerüche der Natur. Die Sportler lieben Kurven… Und „die Jugend“ die Unabhängigkeit.

Über 500 Motorradfahrer kamen in Neuruppin zusammen und haben gemeinsam Abschied genommen- in Form einer gemeinsamen Sternfahrt. Es war wirklich alles dabei, Selbst eine Indian habe ich gesehen. Noch nie in meinem Leben habe ich so viele Motorräder auf einmal bestaunen können. Von der schönen alten Electra- Glide über die Goldwing, Triumph, Ducati…

gemeinsames Gedenken

Die junge Frau, die den tragischen Unfall hatte wurde dann noch postum Ehrenmitglied in einem Motorradverein. Ihre Familie war zur Andacht nach der Ausfahrt anwesend. Sie waren überwältigt von den vielen Leuten… Auch ich habe an der Abschiedsfahrt teilgenommen. Da waren Kennzeichen aus Potsdam, Rathenow, Berlin, Prignitz, Vorpommern- Greifswald, Rostock, Schwerin….

Meine jüngste Tochter kannte sie…. Sie ist ebenfalls leidenschaftliche Motorradfahrerin. Natürlich habe ich überlegt: „Was wäre wenn???“ Aber ich kann es ja nicht ändern und fahre ja selbst- man kann nur den Weg weisen und auf Sicherheit achten.

Luftballons die in den Himmel fliegen

mach’s gut!

 

So wurde sie dann von der Community verabschiedet. Auch wenn ich die uniformierten Motorradclubs wegen ihrer Hierarchien nicht mag- meine Respekt für die Leute vom „Vandales MC Germania“ die das in großen Stücken organisiert haben.

Es gab keine Karambolagen oder Ausfälle- was, bei der Menge an Motorrädern keine Selbstverständlichkeit ist, und es waren ja alle Leistungsklassen vertreten. Auch jede Menge Simson’s.

Der Familie und dem LKW – Fahrer, der keine Chance hatte das zu verhindern, wünsche ich, das sie ihren Frieden finden.

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