„Wasser gibt es in Flaschen im Supermarkt!“ So scheint manchmal die Denkweise der Verantwortlichen hier in der Gegend zu sein. So wohne ich am Rande eines ehemaligen Feuchtgebietes in relativ trocknen Land Brandenburg. Die Niederschläge sind merklich zurückgegangen und eigentlich ist es schon lange Zeit gegen zu steuern.
Historie
In der DDR wurde hier eine riesige Meliorationsanlage (Wasserstandsreglung) gebaut. Sie bestand (und besteht) aus vielen Wehren, so das man jeden Abschnitt den Bedürfnissen nach entwässern konnte- oder auch das Wehr schließen um den Wasserstand wieder zu heben. Dies war notwendig um der großen Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft (LPG) mit ihren etwa 2000 Milchkühen eine Futterquelle zu generieren.
und jetzt?
Das funktionierte gut, so lange sich jemand um die Wehre kümmerte, reparierte, öffnete oder schloss. Nach der Wende geriet das aber „in Vergessenheit“. Der Wasser und Bodenverband führt jedoch regelmäßig eine „Grabenschau“ durch und „räumt“ die Gräben, damit sie offen bleiben. Mittlerweile scheint es normal, das alles vor sich hin gammelt.
die Landschaft leidet
Wenn die etwa 1m tiefen Gräben leer sind, dann leidet die Landschaft- und auch die Landwirtschaft. Die Futteroase versiegt. Hatte man früher noch 4 oder 5 Schnitte Gras sind es heute maximal 3. Da die Landschaft nicht eben ist, gibt es immer noch wenige Stellen mit üppigem Wachstum. Meist sieht es jedoch schlimm aus und die Artenvielfalt geht zurück.
- keine Gräser
- feuchte Senke
die Schäden gehen uns alle an
Was haben wir noch gelernt?? Grundwasser entsteht durch Versickerung und die vielen verschiedenen Schichten filtern und reinigen es. Natürlich gibt es auch Stoffe, die nicht gefiltert werden können und auch nicht durch Mikroorganismen abgebaut werden können, Nitrate zum Beispiel. Aber was passiert, wenn man die Oberfläche total austrocknen lässt, die Niederschläge zurückgehen?
Der Grundwasserstand sinkt. So geschehen: bei einer Bekannten ist der 12 Meter tiefe Brunnen versiegt- es kommt einfach Luft. Haben sich die Verantwortlichen mal gefragt, was sie machen, wenn die Trinkwasserbrunnen versiegen? Das beängstigt mich.
Was längst überfällig ist
All diese Gräben zu schließen ist sicher keine gute Idee- da Klimawandel auch extreme Wetterlagen hervorbringt. Aber im Herbst oder in besonders trockenen Sommern die Wehre zu schließen ist längst überfällig. Dazu müssten sie allerdings funktionieren… Es gibt aber auch „Licht am Ende des Tunnels“: Im Landkreis Potsdam-Mittelmark gibt es das kleine Städchen Brück– eigentlich die selbe Sachlage- als ich noch ein Kind war, wurden die Gräben ausgehoben. Ich kann mich noch schwach daran erinnern, das in den feuchten Jahreszeiten im Flur das Wasser vorn hinein und hinten, durch ein dafür vorgesehenes Rohr, wieder ablief. Dort hat man begriffen, wie wichtig es ist, das Wasser im Land zu halten.
So könnte es aussehen: Das Wehr ist abgedeckt und die Spindel ist unten. Wehr geschlossen. Dieses Foto wurde mir von „Design Art“ zur Verfügung gestellt- nochmals Danke dafür.
So sieht das hier aus
bei diesem Wehr wurde das Innenleben herausgesägt, weil Teile des Holzes aufgegeben hatten und es zugefallen war.
So sehen alle Wehre hier aus. Gern würde ich die 3 in meiner „Nähe“ instand halten und schließen oder öffnen, wenn es notwendig ist. Aber Wehre sind „Wasserbauliche Anlagen“ die man nicht eigenmächtig verändern darf. Eigentlich ist dieser Zustand unzulässig- nach §36 WHG in dem es sinngemäß heißt, das der Eigentümer die Funktionstüchtigkeit sicher zu stellen hat….
Man könnte ja mittels Freiwilligen und einer Whattsapp / E- Mail/ Signal -Gruppe eine Horde Freiwilliger steuern um die Wehre zu pflegen und zu bedienen.
Das Wasser unsere Lebensgrundlage ist, haben einige Leute wohl vergessen.
auch dieser Beitrag gehört zur Bloggerinitiative „Projekt 52“ vom Heldenhaushalt




