Back to life- mein Primergy P470

Schon vor 10 Jahren habe ich von einer Mehrprozessormaschine geträumt. Am besten mit SCSI Bus und jeder Menge besonderer Hardware. Ein Verwandter hat mir vor etlicher Zeit 2 ausgemusterte Primergy’s mitgebracht. Sie besaßen eine Pentium 2 CPU (Slot1) und 128Mb Ram.

Primergy470

Primergy470

Um eine gewisse Redundanz zu erreichen, sind in der Maschine 2 Netzteile verbaut, jedes mit einem eigenen Lüfter. Die eigentliche Elektronik wird von 2 weiteren großen Papst- Lüftern gekühlt.
Die Systemplatine (D1031) besitzt onboard SCSI, IDE, und MFM (Disketten) Controller, einen Anschluss für einen Chipcardreader, einen WOL- und einen „Modem on“ Anschluss. Mit von der Partie ist auch ein Cirrus logic onboard VGA Controller, dem 4Mb separater Grafikspeicher zur Verfügung stehen. Sicher nicht üppig, aber für die Konsole oder einen leichten Fenstermanager  reicht es. Ein AGP Slot ist ebenfalls vorhanden.
Um so ein „etwas“ betagtes Gerät wieder fit zu bekommen, sind einige Handgriffe von nöten.
Nach einem BIOS Update, das den Betrieb von P3 CPU`s mit Katmai- Kern ermöglicht, habe ich ersteinmal ein VRM Modul besorgt.

Primergy470

Primergy 470

Hier im Bild zu sehen (von links nach rechts): Cirrus Grafikchip, RAM und das VRM Modul. Die beiden CPU’s sind hier gerade ausgebaut. Das bunte Kabel gehört übrigens zum SCSI Subsystem.
DasVRM (Voltage Regulation Module) ist ein Spannungsregler und -Wandler für den 2ten Prozessor.

Heute schmücken 2 Katmai’s mit 500Mhz die Maschine. Die Aufrüstung brachte jedoch ungeahnte Probleme mit sich: beide Systemlüfter liefen mit 100% und machten einen Höllenlärm.
Die Lüterreglung ist Sensorgesteuert und läßt sich durch den Bediener oder das Betriebssystem nicht beeinflussen. Auch im BIOS gibt es keine Einstellmöglichkeit. Die Lüfter sind FRU/SDR (Field Replaceable Unit and Sensor Data Records) geregelt. Das ist eine spezielle Firmware, die unter anderem die Lüfter steuert und mal von Intel, Dell und einigen anderen Herstellern entwickelt wurde. Dieses BIOS Subsystem soll die Hardware unabhängig vom OS schützen. Auch das unter Linuxern beliebte LM-Sensors Modul bringt nichts, das das OS nicht auf die Sensoren und deren Daten zugreifen kann.

CPU mit Kühlkörper

der Sensor macht’s

Diese Form der Reglung kennt 3 Zustände: OK, Alarm und Stopp. Baut man nun einen anderen oder einen zweiten Prozessor ein, vermisst die Regelung den Sensor im Kühlkörper. Wie dieser Zustand ausgewertet wird, gibt hier die FRU/SDR Firmware vor- Standard ist dann Alarm. Die Lüfter laufen dann 100% um einer eventuellen Überhitzung vorzubeugen.
Es muss ein auch bei den FSC ein Tool geben, mit dem man das Verhalten ändern kann- leider habe ich es nicht gefunden. Mein Ersatzteilspender läuft mit einer CPU ohne Sensor im Kühlkörper.
So konnte ich den Primergy nicht betreiben, der Server war zu hören, sobald man die Haustür öffnete.

Eine Nachfrage bei Fujitsu ergab nichts- man wisse nicht mehr, welcher Typ Sensor dort verbaut worden ist. Nach langem suchen kam ich zu der falschen Annahme, das im Kühlkörper ein Sensor des Typ’s LM35 stecken müsste. Leider ohne Ergebnis.
Über ein Jahr später stieß ich in einer Auktionsplattform auf 2 Prozessoren die einen sensorbesetzten Kühlkörper hatten.
Am meisten „Spaß“ machte jetzt der Umbau der Kühlkörper von einer CPU auf die andere. Etliche der Kuststoffklammern die den Kühler auf der CPU fixieren waren gebrochen. Für eine CPU reichten sie jedoch. Wie hier im Bild  zu sehen, habe ich sie Klammern mittels Lötkolben am Kunststoff auf der anderen Seite verschweißt.

der Lötkolben machts...

nicht hübsch, aber läuft

Viel größere Probleme machte der zweite Prozessor- der Kühler muss ja gleichmäßig angedrückt, aber trotzdem beweglich angebracht werden. Ein weiteres Hindernis ist der geringe Abstand, den die CPU auf der Seite mit dem Plastikschild zu den Kondensatoren auf dem Mainboard hat. Meine Idee besteht aus: 2 Kugelschreiberfedern, 4 Schrauben/ Muttern 3mm, 4 Kabelklemmscheiben und 4 Unterlegscheiben. Wärmeleitpaste nicht zu vergessen.

Es ist übrigens garnicht so leicht, den Andruck desKühlers so hinzubekommen, das er die zu kühlende Fläche der CPU vollkommen abdeckt und nicht verkantet. Außerdem ist es wichtig, den Stahldraht der Federn so zu formen, das er sich nicht durch die Löcher ziehen kann.
Nun „rennt“ er wieder , -aber „eigenwillig“ ist er trotzdem. Es ist mir zum Beispiel nicht möglich den Primergy über einen KVM Switch zu betreiben- ich habe mir deshalb einen kleinen Monitor besorgt. Natürlich gehört zu einem waschechten Server auch eine besondere Tastatur- Xtendet natürlich. Hier noch ein paar Bilder…

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