Ausflugsräder

In vielen Dörfern liegen auf diversen Böden oder Scheunen alte Fahrräder. Wenn der Neue Drahtesel im Stall steht, kommt der Alte auf den Boden.
Irgendwann bekommt man dan Besuch von Städtern, die ja soo gerne in die Natur wollen und das möglichst Abgasfrei. Wenn man dann an die Räder auf dem Boden denkt ist es meist zu spät, die Reifen spröde, und ein paar Rostpickel sind auch schon dran. Da ich regelmäßig vor diesem Problem stehe, erinnerte ich mich an die “Fahrradaufbewahrung” die es früher am Bahnhof im Wohnort meiner Großeltern gab. In einem länglichen, schmalen, Schuppen konnte man sein Rad gegen einen kleinen Obolus unterstellen. Alles war aus Holz gezimmert- gefühlte 1000 Räder standen dort- trocken und sicher -auf engstem Raum.
Dieses Konzept habe ich etwas abgewandelt, um meine Fahrradreserven vom feuchten Scheunenboden in den trockenen Stall zu bekommen.

ganz einfach

Mehr Platz auf gleichem Raum

Für Nachahmer hier ein paar wichtige Hinweise und Maße: die beiden vorderen senkrechten Balken sind 1,20m lang, die Hintern senkrechten etwa 1,90m. die U-Schienen, in denen die oberen Räder haben nach hinten zur Wand hin ein Gefälle von 10cm, um das nach vorn Rollen der Fahrräder zu vernindern. Auß diesem Grund sind auch am vorderen Ende der Radschienen ca. 3cm hohe Klötzchen geschraubt. Die U- Schienen haben ein Innenmaß von 5cm. zwischen den U- Schienen ist ein Abstand von 40 cm (nicht weniger!!! -ggf. vorher mal probieren). Die Erhöhung unter jeder 2. U-Schiene ist 10cm stark. Die unteren Räder stehe in einem ganz normalen (Baumarkt-) Fahradständer.
Eines meiner alten “Rösser” hatte total verrostete Speichen, so das ich mich dazu entschloss, aus einem verbogenen Rad die Speichen hier einzubauen. Um so erstaunter war ich, als sich die alte Nabe ohne größere Anstrengungen vom Schmutz befeien ließ- ein Schmuckstück der Galvanik, KEIN Rost- Dank den Werktätigen der VEB Reichenbacher Naben und Kupplungswerken für diese Qualität. Schade, das das RENAK- Reh nicht mehr durch den Räderwald springt… Mit dieser Qualität hätten die Reichenbacher ausnahmslos alle anderen Mitbewerber an die Wand gespielt…

RENAK

nach 30 Jahren Scheunenboden wie Neu

Tokaj, Lillafüred und Eger

Schon vor 2 Jahren haben wir laut darüber nachgedacht mal nach Tokaj zu fahren. Vom Balaton aus sind das jedoch über 400 Kilometer. Also haben wir uns entschieden, irgendwo Quartier zu suchen und dort zu übernachten. In Tokaj waren wir jedoch enttäuscht.- Die Innenstadt ist nicht wirklich erwähnenswert und man hat das Gefühl als wäre die ganze Stadt im Niedergang. Viele geschlossene Läden, die Kirche war nicht zu besichtigen. Die Rakokoczi Pince war auch nicht ausgeschildert und schien sich zu verstecken. So begannen wir, unserem Bauchgefühl folgend, durch die Stadt zu schlendern. Ein große Kirche war im Stadtzentrum zu sehen. Leider war sie nur durch ein Eisengitter hindurch zu besichtigen…. Auch gab es keinerlei Hinweise auf ihren Namen. Eigentlich traurig, denn sie muß sich nicht verstecken.

Wir sind dann weiter und haben dann noch das Weinmuseum gefunden. Inmitten des Zentrums steht auch die Statue für den heiligen Szent Istvan, zu deutsch Sankt Stephan.

Das Weinmuseum ist in einem ehemaligem Weinhändlerhaus aus dem 17. Jahrhundert untergebracht- Hirnholzfußboden und Stufen aus Eichenbohlen künden vom Reichtum vergangener Tage. Wer etwas originelles oder authentisches sucht, ist hier jedoch auch schlecht beraten. Mehr oder weniger gelangweilt schlenderten wir am Rand des Zentrums eine kleine Bergstraße hinauf. Außer Anwohner und deren Häuser erwarteten wir nichts… Ein paar Meter weiter saß ein Ungar mit weißen Haaren im Eingang eines Weinkellers- er forderte uns auf ihn in sein Reich zu begleiten.

Die Sprachbarriere war schnell überwunden und nach dem wir probiert hatten entschieden wir und für einen “Muskatel” und einen “Szamorodni”. Letzteren für Freunde von uns, die sich für so süßen Wein begeistern. Wer in Tokai ist: unbedingt in die Baratpince gehen!!! Absolut echt und authentisch. Wir haben übrigens zu Haus den Kopfaua- Test gemacht- nix da- sauber.
Da uns der Rest der Stadt langweilte, sind wir dann in Richtung Eger aufgebrochen, ein Bauchgefühl führte uns nach Lillafüred. Unterwegs gab es dann noch ein paar sehenswerte “Kleinigkeiten” am Straßenrand, die ich hier noch kurz zeigen möchte. All diese ungewöhnlichen “Wegverzierungen” waren in- oder um eine Stadt namens Szerencs zu finden. Aus Zeitmangel hielten wir uns jedoch nicht länger dort auf.

Weiter ging es nach Lillafüred, wo wir Abends ankamen. Von der langen Fahrt ziemlich ermüdet, bekamen wir in der “Ozon Panzio” (Ozon Pension) ein kleines Zimmer. Es war eigentlich für 4 Personen, aber da es das Letzte war, bekamen wir es für rund 40€- inklusive Frühstücksbuffet. Lillafüred ist hübsch und es lohnt sich dorthin zu fahren. Man kann dort klettern, wandern, Schmalspurbahn fahren und es gibt 2 Höhlen zu besichtigen. Für einen Tagesausflug mehr als genug. Wir wollten dort lediglich übernachten, waren dann aber doch noch in der “Szent Istvan Barlang” (Barlang= Höhle). Mit Blitz zu fotografieren ist dort verboten, die Bilder sind deshalb nicht die Besten, aber sehenswert.

Nach der Höhle ging es dann weiter nach Eger. Aber Vorsicht- die Straße im Gebirge erinnert stark an den Rensteig. Die meisten Ungarn haben keine Ahnung wie man in den Bergen fährt: sie stehen auf der Bremse und rollen mit 20 ….max.30 km/h nach unten. Motorbremsung unbekannt. Viel gefährlicher sind allerdings die Motorradfahrer- sie fahren oft an der Mittellinie und neigen sich dann in die Gegenfahrbahn… Obwohl ich weit rechts fuhr haben 2 einen Schreck bekommen. Das ist hier nicht schulmeisternd gemeint- sondern als Warnung, dieser Fahrstil war extrem auffällig.
In Eger angekommen, waren wir trotz der 40 Grad Celsius und knallender Sonne begeistert. Ganz plötzlich standen wir vor dem Minarett, welches man ja besichtigen kann.

Der Ausblick von dort oben lohnt sich. Das Minarett hat eine Höhe von 40 Metern, die Plattform ist in 26 Metern Höhe, 97 Stufen führen nach oben. Das macht eine Stufenhöhe von fast 27 Zentimetern…. Kurzum, ich hatte die Warnungen meiner Frau ignoriert und bin da rauf…. Runter ist schlimmer… WARNUNG- wenn man die 40 überschritten hat und nicht 100% fit ist- NICHT machen. Es gibt dort aus Platzgründen KEIN Geländer. Wer es sich zutraut- genialer Blick… (ich würde es wieder tun…)
Ein paar Meter weiter waren wir vor der Basilika- wir wußten bis dahin noch nicht, das es eine Stadt unter der Stadt gibt, deren  “Straßen” mal 147 km Länge hatten. Wir hatten Glück- die Führung begann sofort, nachdem wir bezahlt hatten.

ein Labyrinth

unendliche Weiten

Wir waren beeindruckt!!! Als Die Türken abzogen, wurde Baumaterial für die Paläste und Kirchen benötigt- Eger steht auf Tuffstein. Später wurden die Tunnel als Lager für den Kirchenzehnt genutzt, der hier meist in Wein entrichtet wurde. Mit dem Wein nach Tokajer Art zog der spezielle Edelschimmel der Weinbauern ein, der die Feuchtigkeit regulierte und somit die Zersetzung des Tuffsteins verhinderte. Durch den Kirchenzehnt war die Kirche der größte Weinhändler der Region- und machte damit den Tokajer Süßwein Weltbekannt.
Zu Zeiten des Sozialismus wurden die Weinkeller enteignet und nicht mehr genutzt. Alles wurde ausgeräumt, so das der Pilz, der das Wasser regelte keinen Nährboden mehr hatte. So kam es, das die gesamte Altstadt von Eger Einsturzgebiet wurde. Die Erhaltungswürdigen Gänge wurden mit Beton ausgekleidet- bis auf ein kleines Teilstück- hier regelt ein Kastanienbaum den Wasserstand. Man kann sich dann auch vorstellen, das die Lagerverwalter mit Kutschen durch die Keller gefahren sind.

Wenn man schon vor der Basilika steht, sollte man sich das ansehen. Der Eingang ist direkt unterhalb der Basilika. Die Führung ist in ungarisch- aber für alle anderen Sprachen gibt es Informationsblätter mit Texten zu den jeweiligen Haltepunkten.
Dann sind wir in die Basilika…

Ehrfurchteinflößend

Monumental!!!

Hier noch ein paar Fotos- die Basilika wird sicherlich von der Kathedrale in Pecs “in den Schatten gestellt”- sehenswert ist Sie allemal.

Wenn man Wikipedia glauben darf, ist die Basilika vom Aufbau her “altchristlich”- und demnach müsste das “durch’s Gitter geknipste” Bild das “Senatorium” sein. Ehrfurchteinflößend ist sie allemal- die hohen Decken mit kunstvollen Bemalungen, der Lichteinfall…
Ein anderes großes Gebäude machte uns ebenfalls neugierig: Das Esterhazy Karoly College. Von außen wie ein Schloß wirkend, stellt man innen schnell fest, das man sich in einer funktionierenden Bildungseinrichtung befindet- allerdings mit Stil. Hier einfach ein paar Bilder…

Ein weiteres interessantes Bauwerk ist die 1773 geweihte, spätbarocke Minoritenkirche. Gemessen an dem in der Nähe Berlins entstehenden Flughafen, ist diese Kirche in “nur” 9 Jahren gebaut worden- weitere 6 Jahre vergingen für den Innenausbau… -und alles in Handarbeit.
Die Kirche des heiligen Antonius ist sehenswert- auch hier erstarrten wir für einen Moment in Ehrfurcht vor ihrer Schönheit. Die Deckenmalereien sind sehr aufwendig.

Natürlich haben wir es nicht geschafft, uns alles in Eger anzusehen, so das wir laut darüber nachdenken nochmal eine Tour dorthin zu unternehmen. Was es in Eger sonst noch gibt??? Da wären unter anderem: die Ruinen des türkischen Bades, die Burg, die griechisch orthodoxe Kirche von Serbien, die szent Anna Kirche, die Szent Bernard Kirche, das Liceum mit dem “magischen Turm”, das Marzipanmuseum, das Fazola Tor…
Eger ist wirklich eine Reise wert- zumal man dort auch guten Wein bekommt. WIR KOMMEN WIEDER !!!! -achso- und in Lillafüred will ich auch mal in dem Bergsee schwimmen…

 

 

 

Sozialassis !!!!

Bei dem Wort denken viele jetzt sicherlich an den arbeitslosen Hartz4- Empfänger, der morgens gegen 13 Uhr aufsteht und dann, ungewaschen in Schlabberklamotten zum nächsten Markt geht, um sich eine (oder mehrere) “Gerstenkaltschale” in den Kopf zu schütten. Aber eigentlich sind diese Typen bedauernswert- sind sie doch, durch ihr geistiges- oder psychisches Potential an den Rand der Gesellschaft gerückt. Richtige Sozialassis waren neulich in unserem Dorf zu Besuch, genau gesagt auf dem Friedhof. Ich meine hier nicht irgendwelche Gruftis, die mal probeliegen wollten, nein Metalldiebe.

alles  geklaut

hier stand mal eine Metallwanne

 

Sie haben alles was aus Metall war mitgehen lassen,- nein falsch: den Wasserhahn und das Standrohr haben sie stehen lassen. Die Metallwanne war übrigens unsere- so lange ich denken kann, haben wir sie im Frühjahr hingestellt und im Herbst bei Frostgefahr wieder nach Hause geholt. Sie war übrigens makellos- kein Rost… als besonders dreist empfinde ich es, das die Diebe selbst das Anschlußstück vom Wasserhahn mitgenommmen haben. Wiegt es 100 Gramm? Ich glaube kaum. Auch die verzinkte alte Gießkanne haben sie entwendet,- natürlich mit der “Tülle”.
Ist es eine Frage der Bildung? Eine Frage des Glaubens?- das sicherlich nicht: in der DDR hätte das niemand gemacht. Ich denke es ist die Erbsenzählerei und Wertelosigkeit. “Erbsenzählerei” ist ja ein zunehmendes Phänomen: “Kleinvieh macht auch Mist”- nur das man es ebend auch übertreiben kann. – Da nimmt man ebend auch mal das Anschlußstück mit. Werte??? Ist der Tod ein Wert??? Er ist das unbekannte, ungewisse und macht eher Angst. Aber die Verstorbenen- das “Walhalla”, davor sollte man Respekt haben. Da klaut man nicht.

Vielleicht sollte man unser Bildungssystem mal nicht nur “Abspecken” und Fächer zusammenlegen, sondern versuchen herauszufinden wo unsere Werte und Wurzeln sind und diese auch vermitteln. Vielleicht auch mal wieder

Wo ist sie hin?

auch geklaut

ein Testbild auf allen Kanälen… 2 Stunden keine Grütze aus der Verblödungsmaschine. Ich weiß es nicht- aber es macht mich stinksauer wenn selbst auf dem Friedhof geklaut wird.

reif für die Insl…

 

Es gibt Städte, die suchen nach originellen Veranstaltungsorten um Kleinkunstprojekte wenigstens zum Teil über die Eintrittsgelder zu refinanzieren und der kulturinteressierten Bevölkerung auch aus ärmeren Schichten bezahlbare Events zu ermöglichen. Die Stadt Kyritz besitzt ein solches Areal, ohne eigentlich zu wissen, welches Potential dort vorhanden ist. Gemeint ist hier die Insel im kyritzer Untersee.
Obwohl ich schon weit über 10 Jahre hier zu Hause bin, gab es noch nie einen Grund für mich dorthin zu fahren. Es soll dort schon ein paar Konzerte und Feiern gegeben haben, allerdings drang das nie bis an mein Ohr- und vielen meiner Bekannten geht es ähnlich. Dabei hätte die “Insl” das Zeug zum Kulturkleinod- gäbe es ein erkennbares, gemeinsames Konzept von Stadt und Betreiber.
Was man dort so machen kann, zeigte sich, als die Künstlerin Anett Glöckner zum Tag des offenen Ateliers dorthin einlud. Um dem Ideenklau Einhalt zu gebieten, gibt es hier keine Fotos von den Textinstallationen. Für alle, die trotzdem gerne mal was kopieren folgender wichtiger
Hinweis: da auf den Fotos in diesem Beitrag gegebenfalls Kunstwerke zu sehen sind, die NICHT mein geistiges Eigentum darstellen, unterliegen die Fotos dem Copyrigt und dürfen nicht ohne meine Genehmigung und die der Künstler von Dritten verwendet werden.
Hier erstmal ein paar Bilder, damit man vom Ort eine Vorstellung hat..

Innen besitzt die ehemalige “Ausflugsgaststätte” ein besonderes Ambiente, das sie für Künstler und Kunstinteressierte interessant macht. Ich will hier lobend erwähnen, das die jetzigen Betreiber sich auch wirklich mühen, dem Ort wieder ein Flair zu geben, ohne ihn seiner Identität zu berauben. Die eigentliche Gaststätte besteht aus einem großen und zwei kleineren Räumen, welche sich hervorragend als kleine Galerie eignen.

Wir hatten hier einen wirklich gelungenen Abend, nicht zuletzt der angenehmen Atmosphäre wegen, ganz abgesehen von den Künstlern, die hier ihr Bestes gaben. Neben Anett Glöckner, Lukas Sabionski und Anne-Katrin Schülke waren das auch die 3 Kinder aus der Grundschule Wusterhausen, die hier mit eigenen Texten überraschten und deren Kreativität von Frau Glöckner ins Programm mit eingebaut wurde. Hier ein paar Bilder:

Die drei Hauptakteure des Abends, die das Publikum begeisterten… Anett Glöckner, die durch ihr vielfältiges künstlerisches Schaffen immer wieder begeistert. Sei es durch Texte oder ihre Installationen. Mit viel Engagement erweckt sie auch die Künstler in unseren Schulkindern, die dann wieder “beflügelnd” auf sie wirken. Wer sie kennt ist immer wieder erstaunt…
Als ein wirkliches Talent ist auch Lukas Sabionski anzusehen: wenn er zu singen beginnt, sucht man (vergebens) nach einer Box und einem Playback- Gerät. Aber er ist nicht nur ein begnadeter Sänger sondern auch noch ein guter Pianist, wie wir durch seine Improvisation hören durften, die übrigens für einige Besucher das Highlight des Abends war.
Anne-Katrin Schülke, die sich auch noch in der Ausbildung befindet, hatte leider ein Stimmenproblem und mußte Ihre Stimme daher schonen- aber als Begleiterin am (E-) Piano zeigte sie ihr Gefühl für Musik. Mit ihrem feinen Gespür für den Ton hatte sie ein “goldenes Händchen” für Akustik und Lautstärke an diesem Abend.
Laut kann jeder- aber angenehme Beschallung und Musik, ohne, wie so oft üblich, die Leute “umzublasen”, läßt den wirklichen Profi erkennen.

Kinder...

Kinder der Grundschule Wusterhausen

Wie schön wäre es doch, hier wöchentlich Lesungen, Ausstellungen und kleine aber feine Konzerte zu haben. Wenn im Sommer die Musiker zum tanz aufspielen würden… Eine kleine Bühne gibt es draußen ja schon.
Aus der jüngeren Vergangenheit ist noch eine Menge an erhaltenswertem vorhanden, wie man auf den nächsten Bildern sehen kann. Die DDR- Bänke oder die Lichspalt- Säulenlampen, die ich ja am liebsten sofort abgebaut hätte, um sie zu reparieren….

Als Veranstaltungsort für kleine (Open Air-) Konzerte auch denkbar- wenn man es mit der Lautstärke nicht übertreibt. Die Insel hat ja auch den Vorteil, das der “Krawallbruder”, egal aus welcher (politischen) Richtung er auch kommt, im Ernstfall nicht mit auf die Fähre darf. Und wenn er schwimmt? Dann ist er abgekühlt genug und hat sich ausgepowert, wenn er dort ankommt.
Die Stadt Kyritz wäre sicher gut beraten, die Insel als Kulturstätte zu etablieren, denn das Konzept Ausflugsgaststätte, welches ja noch aus der DDR stammt, ist sicherlich keine stabile Lebensgrundlage für die Betreiber. Abgesehen vom Fährmann, der ja von Symphatie, Lust und Liebe auch nicht satt wird. Ich wünsche den jetzigen Betreibern in allen Dingen eine gute Zeit und weiterhin Kreativität… Das die Insel die INSL bleibt und vielleicht die Kulturinsl wird…

Fastfoodkochfelder

In der Schule glaubte ich immer noch, das all die Leute, die im Lernen und der Theorie nicht so gut waren später eher körperlich als denn geistig arbeiten müssen. Alles so nach dem Motto: weniger Hirn bedeutet mehr Muskeln. Heute weiß ich- weit gefehlt. Ich glaube, sie sind Konstrukteur, Verkehrsplaner oder Politiker geworden…
Ein Beispiel dafür sind diese digitalen Glaskeramik- Kochfelder. Soetwas können nur Leute entwickeln, die mal Wasser warm machen und ansonsten vom Pizzaservice oder diversen Fastfoodketten leben.

Touch!

das Bedienfeld

Wo liegt das Problem???
1. wenn mal was überkocht, macht es totalen “Spaß” in der heißen Brühe einen (sinnlosen) Ausschaltversuch zu unternehmen
2. mit nassen Fingern lässt sich das Feld nur schwerlich bedienen
3. warme Töpfe schalten beim verschieben gern mal den Herd aus

All das passiert natürlich nicht, wenn man ein Fertiggericht warm macht, sondern wenn man für mehrere Personen ein Menü zubereitet und alle Kochzonen auslastet.
Schon wenn man einen Topf mit Kartoffeln auf den Herd stellt merkt man, das ein analoges Kochfeld feinfühliger reagiert- früher konnte ich die Kartoffeln ein wenig köcheln lassen, heute geht nur ganz oder garnicht…

geht (fast) immer

einfach und doch genial

Noch gibt es diese Art der Bedienung- einfach mit Drehknöpfen. Wer wirklich kochen will sollte diese Bedienung wählen, unser nächstes Kochfeld hat sicher wieder analoge Technik, unabhängig von der Marke.
Stellt sich abschließend die Frage ob diese Konstukteure ihre eigene Erfindung testen- schon beim Vorgängermodell waren die “Bräterzonen” via Sensor schaltbar- da das nicht mehr zufriedenstellend funktionierte gab’s dieses neue Feld… Fazit- nichts dazu gelernt, sondern weiter gebastelt… Viel Elektronik, obwohl man die Reglung mit einem primitiven Sprungblechschalter sinnvoller und billiger hinkriegt- hier wieder ein Beweis- modern, hirnlos und sieht cool aus. In Sachen Sicherheit übrigens auch der totale Versager- mit einer Fußbank kann jede(r) 3 Jährige dieses Teil einschalten- sie (er) wird sogar noch animiert durch die schönen leuchtenden und blinkendeden Anzeigen….

Wasserbett? Besser nicht ….

Manchmal meint es das Leben gut mit einem und man bekommt auch mal etwas geschenkt, das man sich so kaum gekauft hätte. Bei uns war das ein todschickes, großes Wasserbett mit 2 getrennten Matratzen. Conditioner, Entlüftungspumpe, Heizung – selbst der Vinylpfleger war mit dabei. Alles sehr gepflegt und man hatte optisch schon noch das “NEU” – Gefühl. Also das alte Bett erstmal im Wohnzimmer aufgebaut, bis das Wasser im Neuen warm genug ist.
Hört man sich so im Netz um, ist der allgemeine Grundton positiv: gesünderer – viel ruhigerer Schlaf, das Bett nie kalt, von Ärzten empfohlen, ist gut für die Wirbelsäule…- ja und das Liebesleben soll anders, aber gut sein … Richtig etwas negatives findet man kaum, außer Befürchtungen, das der Fußboden zusammenbricht oder man Seekrank wird…

Wasser marsch

beim Füllen

Nach einem Tag hat die Heizung das Wasser auf Temperatur gebracht. Wir haben mehrmals entlüftet und waren gespannt auf die erste Nacht. Wir hatten uns vorher über die richtige Füllmenge informiert und auch sonst alles richtig gemacht.
Nach 2 Nächten habe ich das Teil wieder abgebaut….

1. man sinkt ein
2. es riecht nach Kunststoff (Vinyl)
3. bewegt man sich, wackelt alles
4. Heizungseinstellung problematisch

Schmerzen im Nacken oder im Lendenbereich hatte ich nicht, aber richtig schlafen ging auch nicht. Ich war laufend wach. In der ersten Nacht war mir etwas zu kühl, also drehte ich die Heizung um 1 Grad höher- in der 2ten Nacht war mir dann zu warm. Man darf bei der ganzen Sache wohl auch nicht vergessen, das dem Menschen seine Evolution in den Knochen steckt. Wir sind es gewöhnt auf einem festen Untergrund zu liegen und uns Nachts zu drehen.
Zum Glück gab es auf einer bekannten Videoplattform auch Tipps zum Abbau- und ich hatte alles da!!

LEISTUNG!!!

das Ende

Abschließend muss ich sagen, das ich mich total auf mein altes Bett gefreut hab und geschlafen wie “Gott in Frankreich”. Was gesundes, modernes schlafen angeht, bin ich kuriert.

die Eule über dem Bett, Erinnerungen an die Kindheit

Bei Silvio hing sie in blau, bei Andreas in braun, bei Jeanette in Orange und es gab sie auch in rot, die kleine Eule. Gefertigt wurden die übrigens in der damaligen ĆSSR bei Chronotechna. Einer Uhrenschmiede, deren Grundstein von Firmen wie Gustav Becker und Junghans gelegt wurde. Unter dem Markennamen Prim gab es etliches an Uhren und Weckern. Auch heute noch werden dort Armbanduhren produziert, (Klick!) Meine Eule habe ich durch puren Zufall auf einer Auktionsplattform entdeckt. Es gibt übrigens noch einen anderen, aber meiner Meinung nach völlig hirnfreien Artikel dazu im Netz. (HIER!) Aber das Bild dort ist gut. Ich will hier technische Daten und -Details zeigen. Ein genaues Produktionsdatum kann ich nicht angeben, aber da ich diese Uhren schon als Kind kennengelernt habe, gehe ich mal so von 1975…78 als Produktionsbeginn aus. Es gab neben den erwähnten Farben auch mehrere Ausführungen der Gewichte.

hier schon wieder im Dienst

hübscher kleiner Augenwender

Als erstes hier ein paar technische Daten:

Größen und Gewichte

Länge des Uhrkörpersca 17 cm
Länge der Uhr inklusive Pendelca 32 cm
Breite der Uhrca 9 cm
Durchmesser des Zifferblattesca 9 cm
Masse des Zuggewichtes327 g
Masse des kompletten Pendels3 (!!!!) Gramm
Länge der Zugketteca 1,15 m

Kommen wir nun zum Innenleben und der Instandsetzung. Als erstes  müssen die Zeiger ab. Die sind hier mit einer 1mm Standardmutter geschraubt, wie sie auch zum Zusammenhalten des Werks verwendet wird. Dann den rückseitigen Deckel ab und die im Bild markierten Sägeringe lösen. Schon läßt sich das “Herz” des kleinen “Vogels” entnehmen. Wie auf den Bildern deutlich zu erkennen: Handlungsbedarf!!! Zum einen verschmutzt und zum anderen keine Schmierung- ein absolutes no go! Also erstmal alles komplett in ein Ultraschall- Reinigungsgerät. Brennspiritus, Wasser und “Fairy” verwende ich hier als Reinigungslösung. Wasser ist dabei Hauptbestandteil mit über 80%. solange man hinterher alles gut trocknet und abreibt, sowie einölt stellt das kein Problem dar. Das Kunststoffgehäuse habe ich nur vorsichtig mit einem Lappen gereinigt, um den Druck des Zifferblattes, Schnabels und der Augen nicht zu gefährden.

Zum Vergrößern einfach auf die Bilder klicken! Warum ich Wasser in der Reinigungslösung verwende? Wasser löst Staub, Alkohol fettige Bestandteile und das Spülmittel unterstützt beides durch das Beseitigen der Oberflächenspannung. Andere Mittel wie z.B. PER (Tetrachlorethen) muß man wegen ihrer Gefährlichkeit nicht anwenden.
Später habe ich dann doch das Werk auseinander gebaut, um die Lager wirklich sauber zu bekommen. Außerdem hatte eines der Räder an einer Stelle ein wenig Rost, den ich entfernen wollte. Da gab es dann eine kleine Überraschung – die Hemmung ist aus Kunststoff – in der DDR hieß diese Kunststoffart “Duraplast”.

Kunststoff...

Was ist das denn???

Die nun folgenden Bilder zeigen das Werk zerlegt. Die Kunststoffräder gehören zum Stundenwerk. Eigentlich erstaunlich, das man mit so wenig Aufwand eine Kinderzimmeruhr realisiert bekommt. Übrigens empfanden die “Spätergeborenen” in meinem Bekanntenkreis die Uhr als “hübsch”- oder “Ohh! Ist die süß!”

Nun ist alles wieder montiert und sie tickt fröhlich vor sich hin. Viel laufen lassen werde ich sie nicht – sie besitzt zwar eine Ankerhemmung, aber die ist ja wie beschrieben aus Kunststoff. Hätte man da eine einfache Blech-/ Hakenhemmung eingebaut, gäbe es mit Sicherheit noch mehr der schönen kleinen Vögel.

Wenn der Kuckuck von der Wand fliegt

Vor ein paar Wochen drückte mir mein Nachbar eine Kuckucksuhr in die Hand. Eine von den guten aus dem VEB Uhrenwerk Gernrode. Sie war aus irgendeinem Grund von der Wand gefallen. Ich hatte vorher noch nie mit Kuckucksuhren beschäftigt und mir daher auch noch keine Gedanken über die Tonerzeugung oder die sogenannten schwarzwälder Uhrwerke gemacht. Aus heutiger Sicht für mich: Plunder. Räder und Platinen sind aus gutem Material, aber die Pendelführung und die Gestänge zu den Pfeifen sind schlimmstes Weicheisen. Die Pendelführung ist zudem noch abgetreppt, dadurch entsteht eine noch größere Instabilität. Die Hakenhemmung ist laut und nicht einstellbar, das Pendelgewicht nur über eine Klemme fixiert. Sie hat lediglich ein Tagwerk, ich denke maximale Gangdauer 30 Stunden. Mit den selben Ketten läuft meine Mauthe übrigens eine Woche…

dünner Eisendraht

das Gernroder Werk

Anstelle einer Stahlfeder für das Pendel wurde auch hier einfacher Eisendraht verwendet. Als wirklich gelungen muß man die Holzimitation ansehen, Das gesamte Frontschild ist aus geschäumten Kunststoff und sieht täuschend echt aus. Die beiden, an den Enden Verbogenen Drähte im oberen Bild, sind die Betätigungshebel für die Pfeifen. Ich mußte die Augen aufbiegen, um das Gehäuse abnehmen zu können. Es sind im übrigen wirklich 4 kleine Nägel, die, in den Kunststoff geschlagen, das Werk am Frontschild halten.

ohne Plastikräder

wieder eine Art Rechenschlagwerk

Der große Hebel am Uhrwerk im 2ten Bild ist übrigens der Ausrücker für das Vögelchen.
Auch die Bleche des Schlagwerkes hatten den Flug von der Wand nicht schadlos überstanden, das Schlagwerk war in sich verkeilt. Alles in allem keine große Sache. Nach der Reinigung und Schmierung des Werks hatte ich alles gerade gebogen und siehe da- sie lief. Hauptproblem war nun die Befestigung des großen Zeigers, denn die originale Mutter, die ihn arretiert, ist irgendwie abhanden gekommen.

laut ...

sie läuft schon wieder

Schön, das sie wieder geht, aber eine Uhr ohne Zeiger??? Irgendwie sinnlos. Da ich keinen großen Fundus an so kleinen Muttern besitze und nicht probeweise defekte Uhren kaufen wollte war guter Rat teuer…
Irgendwann hatte ich ein altes Diskettenlaufwerk in der Hand (davon besitze ich noch einige) und sah die kleinen Bohrungen, in die man Gewinde geschnitten hatte…. “Muß nur noch passen!” dachte ich und schnitt eine der Gewindebohrungen aus dem Blech…

das geht auch..

nicht schön, aber einmalig

Hier das Ergebnis… Zugegeben eine Mutter aus Messing mit Zahnrand ist sicher hübscher, aber es sollte ja nichts Kosten…
Die alten Uhrwerke vom VEB Uhrenwerk Gernrode sind sicher nicht unbedingt die leisesten und genauesten, aber mit ein bischen gutem Willen…
Hoffen wir, das der Kuckuck nicht wieder Flugversuche macht…

 

Mauthe- noch eine Uhr

Manchmal sucht man etwas und findet- aber nicht das Gesuchte. Auf meiner Suche nach einem Gameboy sah ich eine Uhr… Sie sah heruntergekommen aus, hatte aber für mich das gewisse Etwas. Als “Meuther Uhr” bei einer Onlineauktion angeboten, gefiel sie mir trotz ihres unschönen Zustands.

"Rohware"

alle Teile vorhanden

Das Zifferblatt ist verschmutzt und auch Gewichte und Pendel sahen schon mal schöner aus.
Also habe ich mich daran gemacht, alles etwas aufzuarbeiten. Besonderes Augenmerk fiel dabei auf das Zifferblatt, die Zwischenräume der Zahlenzeichen und die Zeichen selbst waren besonders reinigungsbedürftig. Aber auch der furnierte Hintergrund war ziemlich ungepflegt.

wie neu

alles gereinigt

Mit viel Geduld, altem Leinöl und Metallpoliermittel wurden die Teile wieder ansehnlich. Es dauert mehrere Stunden, bis alles wieder glänzt. Aber mit jeder Minute war mehr zu erkennen, das es eine wirklich hübsche Uhr ist.
Friedrich Mauthe Schwenningen war ja nicht irgendein Uhrenbauer…. Die Firma existierte von 1844 bis 1975 und ging an der “Quartzuhrenkrise” zu Grunde. Qualität und Innovation kennzeichneten lange Zeit ihren Weg. Als ich die Uhr ersteigerte, wußte ich nicht, was ich da kaufe. Auch “Freund Google” konnte mit “Meuther Uhr” nichts anfangen.
Als besonders schön empfand ich es, das auf dem Gehäusedeckel ein Datum steht, demnach ist meine Uhr mindestens Baujahr 1970, wenn nicht älter. Sie besitzt übrigens schon 2 Kunststoffzahnräder…

ein Indiz

ein Hinweis früherer Besitzer

Das Rechenschlagwerk mit 3 Klangstäben hat einen schönen hellen Klang- die Uhr schlägt zu halben und vollen Stunde.

Alles in allem hat es sich gelohnt. Seit einigen Tagen hängt sie an der Wand und läuft. Eine kleine Besonderheit hat sie: Hängt man das Läutwerkgewicht über Nacht aus bleibt sie um 0.35 Uhr stehen. Ich habe es daher vorgezogen die Hämmer abzustellen. Das ist ohne Probleme möglich – Nachteil – man muß die Uhr jedes mal von der Wand nehmen und das Gehäuse öffnen. Vor- und Nachteile eines relativ dichten Gehäuses…

da hängt sie

in neuem Glanz

Sie hat eigentlich noch keinen Platz, aber weggeben kann ich sie nicht, sie ist zu schön.

Unsere Pfeilkreuz, ein technisches Kunstwerk

Im Wohnzimmer meiner Großeltern, an der Wand zum Flur hing eine Uhr. Sie regelte das Leben, gab vor, was zu welcher Zeit zu tuen war. Sie lief ein Leben lang.
Das Geräusch- dieses “tick tack” und der Schlag des Läutwerks zur halben und vollen Stunde sind Kindheitserinnerungen. Die Menschen, die diese Qualitäten gebaut haben, waren Künstler und Perfektionisten in meinen Augen.pfeilkreuzlogo
Ich konnte diesen Erinnerungen an Kindertage nicht wiederstehen und habe mir bei einer online- Auktion eine solche Uhr ersteigert. Natürlich defekt, meinem Geldbeutel entsprechend. Hier die Fehlerliste:

– Uhrwerk verschmutzt
– Hemmung total verstellt
– Zeiger lose
– Gewindestab aus Pendel ausgebrochen
– Gehäuserückwand lose

Also erstmal basteln. Am einfachsten war die Bruchstelle am Pendel auszumerzen. Der Metallstab hielt auch ohne Reparatur noch im Eichenholz, jedoch war er verbogen, ein unhaltbarer Zustand. Mit etwas Holzkitt und viel Gefühl war dann alles wieder gut.

fertig!

wieder heil

 

Den verbogenen Stahlstift, der das Pendelgewicht hält und zum einregeln der Uhr dient, habe ich auch gerichtet. Alles mit der Hand und schön vorsichtig. Die optisch nicht sehr hübsche Flickstelle wird vom Pendelgewicht, der sogenannten Linse, völlig verdeckt.
Als nächstes war das Werk dran. Als erstes das Zifferblatt abbauen- drei kleine Metallkeile halten es fest.- es darf unter keinen Umständen mit Alkohol und Waschbenzin in Berührung kommen- das Zifferblatt könnte beschädigt werden.

schön vorsichtig

ausgebaut

Um das Werk zu reinigen müßte man es eigentlich vollkommen demontieren, dies erschien mir jedoch nicht sinnvoll. Daher habe ich die ohnehin völlig verstellte Hemmung ausgebaut und das Werk in meinem Reinigungsbad drehen lassen. “Unter Wasser” sozusagen. Wichtig ist, das sich der verharzte Schmierstoff aus den Lagern löst. Das funktionierte so sehr gut. Andere Verschmutzungen habe ich mit einem Pinsel entfernt.
Dann alles gut trocknen lassen- ich habe in der Zeit die Gehäuserückwand mittels kleiner Messingschrauben wieder fixiert.
Jetzt alles gut einölen, kein Lager vergessen und auch sonst alles mit einem Film hochwertigen Nähmaschinenöls überziehen. An die Federhäuser denken…
Der Vorbesitzer hatte wohl ebenfalls versucht die Hemmung einzustellen, jedoch mit falschem Werkzeug, wie man im Bild unschwer erkennen kann. Das Einstellen einer Blechhakenhemmung ist eigentlich ganz einfach und erfordert nur etwas Gefühl. Ein alter Uhrmacher hat es mir mal so erklärt: der Schlitz für den Federstahl muß senkrecht stehen, der Anker muss so tief wie möglich, aber er darf das Hemmungsrad nicht einklemmen. Der Abstand zwischen dem “Tick” und dem “Tack” und dem nächsten “Tick” muss gleich sein.

die Rückseite

ein Räderwerk

Mit den beiden Schrauben für die Höhenverstellung war das hier aber nicht zu machen, da der Anker auf einer Seite am Anschlag war, wenn der Schlitz für den Federstahl gerade stand. Dafür gibt es noch eine andere Schraube, mit der man die Position des Ankers einstellen kann.

der Pfeil!!!

ein Einblick

Der  rote Pfeil zeigt die Schraube. Nachdem ich das korrigiert hatte, war das Werk nicht mehr aufzuhalten.
Als ich das Zifferblatt montiert, und alles wieder im frisch gereinigtem Gehäuse verbaut hatte, hing sie an der Wand- und lief!!!
Nur noch die Zeiger fest machen… 2 Tage lang suchte ich nach geeignetem Material, um den fehlenden Keil zu ersetzen- bis ich einen alten Schlüsselring aus Draht in der Hand hielt…

für mich was ganz besonderes

das Herz schlägt…

Seit einer Woche reguliere ich sie ein. “Wir” sind bei 30 Sekunden pro Tag Abweichung. Pro Woche 3 Minuten sollten möglich sein….
Es mag Leute geben, die so eine Uhr nur als Geldanlage sehen, IDIOTEN. Das ist für mich ein Stück technischer Kultur. Selbst unsere Jüngste und unser Pflegesohn spüren das so eine Uhr aus der Zeit ihrer Urgroßeltern etwas ganz, ganz besonderes ist…

 

für Leute die sich damit auskennen:
– Federzugwerk mit Käfigrädern
– schwarzwälder Hakenhemmung
– Rechenschlagwerk mit Abstellmöglichkeit
– Gewicht des Pendels (komplett):175g

Die Uhr mit der Nummer 355 auf der Gehäuserückwand hat ein neues Zuhause, wenn es nach mir geht, für die nächsten 40…50 Jahre…