Gadgetbridge- damit die Pebble nicht stirbt

Schon seit längerem geht die Angst um, daß ab Januar ’18 die geliebte Pebble den Dienst verweigert- denn dann will Fitbit die Server abschalten. Inzwischen  gab es ja für die Pebble App ein Update, das die Uhren nebst App auch nach 12/2017 weiter am Leben halten soll…
ABER: Handywechsel? Oder was ist, wenn man Sohnemann oder Töchterchen die gebrauchte Pebble vermachen will? Wird es die App noch geben? Wer hostet Apps und Firmware? Fragen, die für die nächsten 5 Jahre niemand beantworten kann. Deshalb schonmal DANKE an Andreas Shimokawa, der eigentlich „nur“ eine höhere Datensicherheit für die User wollte und mittels Gadgetbridge den Aufstand probte.
Im folgenden Beitrag, geht es darum, wie man die Smartwatch weiter nutzen kann wenn die Server abgeschaltet werden und es den Pebble Appstore nicht mehr gibt. Dazu gehört auch, sich Sicherheitskopien der Firmware und der Watchfaces anzulegen. Es geht hier NICHT darum Softwarepiraterie zu betreiben.
Nun zur Sache: alle gemachten Erfahrungen beruhen auf Tests mit einer Pebble 301rd mit Teildefekt. (siehe Bild). Das Problem lässt sich beheben, wenn es gelingt, die Uhr zu öffnen…Uhr mit Defekt

der Testkandidat vor dem Reset

Als erstes besorgen wir uns Gadgetbridge…

  • -im Internet zu F-Droid gehen und die App herunterladen
  • -die App (.apk File) auf das Handy transportieren (Airdroid, SD-Karte, Kabel)
  • -kontrollieren ob „Installation von Apps aus Unbekannten Quellen“ zugelassen ist
  • -die F-Droid App installieren

F-droid ist ein Katalog für „Free and Open Source (FOSS) Software“ In dem wir nun suchen können- nach Gadgetbridge. Sollte nichts gefunden werden, keine Vorschläge etc, dann muss man in der F-Droid App die „Repositorys“ (Paketquellen) aktivieren oder/ und die F-Droid- App will aktualisiert werden (So auf meinem alten G2 mini). Wenn das geschehen ist, lässt sich Gadgetbridge leicht finden und installieren. Jetzt die Uhr mit dem Telefon via Bluetooth koppeln und Gadgetbridge starten, dann in Gadgetbridge selbst „Einstellungen“ wählen und das Programm konfigurieren. Schon kann es losgehen…
Hier erst einmal die Quellen für die Software:
die Firmware gibt es HIER bei github.com um sie ggf. mittels Gadgetbridge neu installieren zu können.
Watchfaces und Apps bekommt man aus dem Pebble Appstore, um diese herunterladen zu können muß die Adresszeile im Browser erweitert werden.
1. Wir gehen zu https://apps.getpebble.com/en_US/watchfaces
2. mit der Suchfunktion suchen wir unser Watchface (im Beispiel „without Glasses“)
3. nun hängt man an die Adresszeile folgende Zeichenkette an: &dev_settings=true
(am besten in die Adresszeile klicken und mit den Pfeiltasten zum Ende navigieren)
4. Seite im Browser neu laden (ganz unten erscheint ein neuer Menüpunkt „Download“)
5. Download….
6. aufs Handy bringen und im Dateimanager auf dem Handy finden. Ein Antippen der Datei (*.pbw) rief sofort den App-Installer von Gadgetbridge auf den Plan, der problemlos das Watchface installierte. Alle anderen Programme (Apps & Firmware) lassen sich genauso installieren. Wenn eine App (oder ein Watchface) ein spezielles Konfigurationsinterface besitzt, kann man dies im App-Manager aufrufen. Dort ist auch ein Besuch des Pebble Appstores möglich, der aber ab 2018 nicht mehr existent ist… Im Anschluss hier eine  Schritt für Schritt Bildergalerie. Vorher nochmal die verwendeten Geräte/ Software:

Pebble 301 rd (mit Displayproblem) FW 3.12.3 HW: v1_5
LG G2 mini (Android 5.0.2, nicht gerootet aber neu geflasht ohne Branding)
Tuxedo Notebook BU1505 mit Ubuntu 16.04.2
Gadgetbridge 0.19.2
Airdroid Ver 4 (zum Übertragen der Dateien zw. Handy und Laptop)

Die Symbole auf dem Startscreen :

die blau hinterlegte Uhr – Bluetoothverbindung erfolgreich
das durchbrochene Viereck- Sreenshot von der Uhr (hat bei mir nicht funktioniert)
die beiden Vierecke-  Appmanager
die senkrechten Balken – Fitnessdaten
die vibrierende Uhr- verlegte Uhr finden

Zum Einstellungsmenü kommt man, wenn man auf die 3 Striche rechts neben Gadgetbridge tippt….

Screenshot vom Eistellungsmenü

das Einstellungsmenü

Das Menü ist relativ lang, aber verständlich. Nach dem wir alles eingestellt haben, jetzt zum Watchface…

Fazit: Gadgetbridge ist eine VOLLWERTIGE Möglichkeit, die geliebte Pebble weiter zu nutzen, wenn man sich vorbereitet und sich die Apps/ Firmware und Watchfaces privat sichert. Ein Konto ist dafür nicht notwendig, die App läßt sich auch so ohne Einschränkungen nutzen. Für alle, denen Datensicherheit etwas Wert ist, ein riesiges Plus. Außerdem zeigt Gadgetbridge, daß eine Smartwatch ohne Server funktionieren kann.  Als einzigen Wermutstropfen habe ich die Oberfläche der App empfunden, da glänzt die original Pebble App. Die Pebble2 wird leider (noch?) nicht vollständig unterstützt, die 301 /Steel und die TIME schon… Genaues im Gadgetbridge- Wiki.
Meine Pebble (und die meiner Tochter) können also an Altersschwäche sterben- und nicht an Serverausfall.

 

das Pebbelchen….

An manchen Tagen scheint eine verlässliche Planung einfach unmöglich, da ist die Frau, die es nicht mehr schafft Brot zu holen oder die Tochter, die mal eben ganz unbedarft umswitcht und den anderen Bus genommen hat, um den Nachmittag bei ihrer Freundin zu verbringen.  Ganz zu schweigen von verpassten Bussen oder verstauchten Füßen… Oft ist es dann auf der Arbeitsstelle noch extra stressig. Das ist der Moment, an dem man gern mal vergisst auf’s Handy zu schauen, um weitere Hiobsbotschaften entgegenzunehmen. Sicher ist es auch nicht empfehlenswert, während der Arbeitszeit das Mobiltelefon laufend zu konsultieren… Um etwas mehr den Überblick zu behalten und nicht unangenehm aufzufallen, habe ich mir bei einer bekannten Auktionsplattform eine  gebrauchte Smartwatch zugelegt. Nach etlichen Recherchen viel meine Wahl auf eine Pebble:

  • lange Akkulaufzeit
  • kaum negative Kritiken im Netz
  • ohne Hintergrungbeleuchtung gut lesbares Display
  • unter Android voll nutzbar
  • für meine Zwecke ausreichender Funktionsumfang
Pebblebox

Pebble „Time“

In dieser Box wurde sie ,geliefert: inclusive „Quick Start Guide“ und Ladekabel. Der Guide leider nur in englisch. Als besonders kluge Lösung empfand ich das Ladekabel/ -Stecker. Wie im nächsten Bild zu sehen, ein ganz normaler USB- Stecker- aber das Ende an der Uhr…  Genial, da hätten Handyhersteller schon eher drauf kommen können- 2 Pins und ein Magnet. Der Vorteil: diese art „Buchse“ ist wasserdicht.

Besonders gefällt mir auch, das man das „Zifferblatt“ selbst aussuchen kann. Es gibt viele Möglichkeiten, die ich hier nicht alle aufzeigen kann.  Die Einrichtung ist einfach… Pebble App aufs Handy ziehen und dann via Bluetoth die Uhr und das Telefon koppeln. Der integrierte Schrittzähler „Pebble Health“ ist übersichtlich und wertet aus – im Tages -, Wochen-, und Monatsrythmus. Diese Funktion hab ich einfach mitgenommen, war aber erstaunt, wieviele Kilometer man so dienstlich zurücklegt.

digitale Anzeige der Zeit

digitales „Zifferblatt“

Apropos dienstlich… Es gibt ja immer Kollegen, die nicht fragen können, sondern den Hals verrenken um die Zeit an fremden Uhren ablesen zu können… Für die gibts das binäre Format…. Selbstverständlich gibt es auch analoge „Zifferblätter“.

Display im binären Modus

Zeitanzeige im binären Format

Alles in allem ein schönes Spielzeug mit praktischem Nutzen.
Mir reicht es völlig, Nachrichten oder Termine angezeigt zu bekommen, ohne jedesmal kramen zu müssen.
Wie man im Internet lesen kann, ist Pebble leider das Geld ausgegangen und sie wurden von „Fitbit“ übernommen. Letztere haben wohl nur an den genialen Entwicklern Interesse, so das es keine Pebbles mehr geben wird. Eigentlich schade, da der Funktionsumfang für mich völlig ausreichend erscheint und der Preis wirklich erträglich ist. Vielleicht waren sie einfach nur zu früh oder die Werbung hat versagt…-ab dem 01.01.2018 sollen die Server abgeschaltet werden und dann wird das „Pebbelchen“ nicht mehr oder nicht mehr richtig funktionieren. Zum Glück gibt es Gadgetbridge…  Das kann ich dann hier auch berichten… Was mich angeht: ich mag mein Pebbelchen und würde es vermissen.

 

Gateway 2000 Anykey Keyboard

Manchmal kommt man zu Schätzen, ohne etwas dafür  machen zu müssen oder das man Geld in die Hand nehmen muss.
Verwandte meiner Frau wollten den alten „Computerschrott“ loswerden, bei dem ganzen Zeug lag eine überdimensionale Tastatur dabei. Sie gefiel mir: hatte sie doch keine Windows (Super)- Tasten dafür aber jede Menge andere Key’s wie „Suspend Macro“ oder „Remap“. Lange Zeit glaubte ich, das es sich bei dem Keyboard um ein reines Windowsgerät handelt und man einen Treiber braucht um die Sonderfunktionen zu nutzen. Weit gefehlt- für den Linuxer ein cooles Teil- wenn man auf der Konsole arbeiten will.

Gateway 2000 Anykey

programmierbare Tastatur

Achtung! Es gibt mehrere Ausführungen- für Schäden wird keine Haftung übernommen. Ich kann nicht garantieren, das das auf anderen Anykey’s funktioniert.
Hier jetzt eine kleine Bedienungsanweisung, die ich mir von einigen englischsprachigen Seiten zusammengesammelt und ausprobiert habe.

Grundsätzliche Funktionen:

– man kann Macros aufnehmen und Abspielen
– alle Tasten sind umprogrammierbar
– Betriebssystemunabhäng

Programmierung

1.Reset: (löscht alles und versetzt das Keyboard in den Originalzustand)
Strg + Alt + Suspnd Macro (die Programm LED blinkt während des Vorganges)

Wenn das nicht hilft hat man aus versehen (oder Fehlfunktion) die Strg und/oder Alt-Taste umprogrammiert. Also muss man das zuerst rückgängig machen (Remapping)

2. Remapping zum Originalzustand
-1- Strg + Remap gleichzeitig drücken (Progamm LED blinkt)
-2- Strg 2x drücken
-3- Alt 2x drücken
-4- Strg + Remap gleichzeitig drücken (Programm LED hört auf zu blinken)
Jetzt sollte das bei 1. beschriebene Reset funktionieren.

Wenn das alles nichts hilft den PC neu starten und während des Starts die Suspnd Macro Taste eine Weile gedrückt halten

3. Macro programmieren

-1- Strg + Progrm Macro (Programm LED beginnt zu blinken)
-2- Speicherplatz auswählen
-3- Macro eingeben
-4- Progrm Macro drücken (Programm LED leuchtet dauerhaft)

4. Macro löschen

-1- Strg + Progrm Macro (Programm LED blinkt)
-2- zu löschenden Speicherplatz auswählen
-3- Progrm Macro (Programm LED hört auf zu blinken)
um ein existierendes Macro zu überschreiben muss man es NICHT vorher löschen

Programmierbeispiel (getestet mit Fedora 18)

-!- Konsole aufmachen
-1- Strg + Progrm Macro
-2- F1 (der Speicherplatz)
-3- [su -] und dann [Enter] (das Macro)
-4- Progrm Macro

Und schon haben wir auf F1 eine „ich will Root werden“ Taste.

Pro Taste sind 4 Macros möglich (Beispiel F1 Taste):
-F1- | -Shift + F1- | -Strg + F1- | -Alt + F1-

5. Tasten umbelegen

-1- Remap (Programm LED beginnt zu blinken)
-2- die Taste drücken, die umziehen soll
-3- die Ziel- Taste drücken
-4- Remap (Programm LED leuchtet)
hat man Macros auf der umbelegten Taste gespeichert so ziehen diese NICHT mit um
…wer’s braucht…..

6. Wiederholrate ändern

die Wiederholrate der Tastatur läßt sich von 2 bis 30 CPS (Characters per Second= Zeichen pro Sekunde) einstellen:

F1 = 2 CPS           -1- Repeat Rate (Programm LED blinkt)
F2 = 3 CPS           -2- nebenstehende Auswahl treffen
F3 = 5 CPS           -3- Repeat Rate (Programm LED hört auf zu blinken)
F4 = 7 CPS
F5 = 10 CPS
F6 = 15 CPS
F7 = 20 CPS
F8 = 30 CPS

7. Software (nur unter DOS!!!)

Theoretisch sollte es möglich sein die Originalsoftware in einer Dosbox (Dosemu…) zum laufen zu bekommen, praktisch funktionierte es bei mir aber nicht. Man könnte dann die programmierten Macros speichern und je nach Bedarf verschiedene Konfigurationen laden. Die dazu erforderliche Software wurde im Laufe der Jahre ein paar mal geändert und heißt
anykey.exe, anykey20.exe oder anykey30.exe.
Innerhalb der Software soll man mit den Pfeiltasten manövrieren oder mit einer Option direkt zum Ziel gelangen können. Verfügbare Optionen sind:
u = upload to Disk (auf Hdd speichern)
d = download to Keyboard (Programm auf Keyboard „wiederbeleben“)
v = verify (überprüfen)
a = activate ( Sonderfunktionen aktivieren)
t = terminate (Sonderfunktionen beenden)
Wer Interesse an der Originalsoftware hat kontaktiere mich bitte per Formular/ Kommentar.