Ausgekuppelt

Nun ist bald Herbstfest und ich hab den Motor jetzt erst eingebaut. Warum? Jede Menge Probleme, dazwischen der Urlaub und der tägliche Kampf mit den ganz normalen Dingen.
Mein Hauptproblem lag darin, das der Motor einfach nicht mehr an das Getriebe wollte. Ich habe mir jedoch zu helfen gewusst und die Hindernisse nach und nach überwunden.

1. Vernünftige Auflage schaffen
Wie im folgenden Bild zu sehen, habe ich mir aus Holz einen Bock gebaut, auf dem der Motor gut steht. Die richtige Höhe zum Ansetzen bekommt er durch den Hubwagen.

Not macht erfinderisch

mein Motormontagebock

Wichtig ist, den oberen Teil, auf dem die Maschine ruht, steif genug zu bauen, sonst arbeitet der Bock zu sehr in sich.

2. Kupplung zentrieren
Was bei PKW’s noch relativ einfach ist, kann bei Traktoren und ähnlicher Landtechnik zur Katastrophe werden: das Zentrieren der Kupplung. Während man beim PKW nur eine Welle hat, besitzen Traktoren meist eine sogenannte Königswelle- eine Welle in der Welle. Die Äußere ist dabei für die Fahrkupplung und die innere für die Zapfwelle. Das ist Notwendig, um auch wenn das Fahrzeug steht Anbaugeräte betreiben zu können. Als Beispiel sei hier nur eine Wasserpumpe für’s Vieh erwähnt.
Das heißt im Klartext, man hat 2 Wellen, die ineinander greifen müssen.

statt Zentrierdorn: Schrauben

8 Schrauben M6

Durch einen glücklichen Zufall stellte ich fest, das man ganz normale 6mm Schrauben zwischen die Kupplungsscheibe und den Zapfwellenantrieb klemmen kann- und schon ist die Scheibe 100%tig zentriert. WICHTIG: die Schrauben erst entfernen, wenn man den Kupplungsautomaten wieder festgeschraubt hat. Ansonsten kann es passieren, das sich die Scheibe einen Milimeter verschiebt- dann „darf“ man noch einmal….
3. Automat einstellen/ kontrollieren
Wenn man das fertig hat, ist es wichtig, die Einstellung des Kupplungsautomaten zu prüfen. Die Finger müssen 3,3 bis 3,6 cm Abstand zum Boden haben. Ist der Abstand größer, wird nicht eingekuppelt, ist der Abstand zu klein, wird nicht sauber ausgekuppelt. AUFPASSEN: die 3 Finger müssen alle exakt den gleichen Abstand zur Kupplungsscheibe haben, sonst wird die Kupplung schräg ausgerückt, was zu einem Versagen und einem starken Verschleiß der an allen Teilen führt.

Getriebeseite

hier muss die Kupplung exakt passen

4. abschließende Arbeiten
Vor dem Zusammenbau die Zapfen auf der Getriebeseite ein wenig einfetten und auch die Oberfläche des Kupplungsdrucklagers mit einem dünnen Fettfilm versehen. Aber Vorsicht!!! Das Fett darf nicht umherfliegen und sich auf derKupplungsscheibe breit machen.
Der schwarze Schlauch ist die Schmierfettzuführung für das Drucklager. Oftmals ist das dünne Kupferrohr (ist nicht zu sehen) am Ende des Schaluches gebrochen. Es läßt sich aber leicht neu ansetzen. Man muß es nur wieder durch die Klemmutter schieben und ein wenig aufbördeln. Man kann es aber auch weglassen, sollte aber dann einen Schmiernippel an der Stelle einbauen, um zu verhindern, das das Fett aus dem Drucklager entweicht.
Auf der Motorseite hat man jetzt letztmalig Gelegenheit, sich Starterkranz und Anlasser anzusehen und gegebenfalls ein wenig einzuetten.

5. Zusammenbau
Um alles wieder zusammen zu bauen, habe ich folgende Hilfsmittel verwendet:
– 3 Holzklötze ca 2,3 bis 2,4 cm lang zum Abstand kontrollieren (siehe nächstes Bild)
– 2-4 Holzkeile um den richtigen Winkel zu finden
– einen kleinen Ratschenspanngurt um den Motor an das Getriebe zu drücken

primitiv aber kaum zu ersetzen

Abstandshalter

Als erstes den Motor auf dem Bock mittels Hubwagen an das Getriebe fahren. Dabei auf die richtige Höhe achten. Behutsam die Stehbolzen in die Kupplungsglocke einführen. Sollte der Motor seitlich schräg stehen, mit den Holzkeilen ausrichten. Den Motor bis zum Anschlag weiter einschieben. Ungefähr 2,5…3,0 cm Spalt  zwischen Motor und Getriebe bleiben- und nichts geht mehr… Jetzt einen Gang einlegen und die Zapfwellen auf „Motorgebunden“ schalten. Nun brauchen wir die Holzklötze. Sie müssen jetzt überall zwischen Motor und Getriebe passen. Den Spanngurt ansetzen, so das er den Motor auf das Getriebe drückt. Passen die Holzklötze an einer Stelle nicht, ist Motor schief und dann stehen sich die Zapfen und Hohlwellen nicht gegenüber!!! Wenn man alles ausgerichtet hat mit eien großen Schlitzschraubendreher durch das Anlasserloch am Starterkranz den Motor langsam drehen. Mit der anderen Hand die Zapfwelle bewegen. Jetzt sollte sich der Motor bis zum Ende an das Getriebe bringen lassen – fertig.
Wenn man den Motor anschraubt, Unterlegscheibe und Federring nicht vergessen, sonst wird sich der Motor später wieder vom Getriebe lösen…

6. Kontrolle
Bevor man beginnt alles wieder anzuschrauben, sollte man den Kupplungsautomat kontrollieren. Dazu ein Hinterrad soweit aufbocken, das es sich drehen lässt. Wenn kein Gang eingelegt ist, muss sich das Rad drehen lassen (ruhig mit Kraft probieren). Ist ein Gang eingelegt, darf sich das Rad nicht drehen lassen. Wenn doch: ist der Vorwärts/ Rückwärts Umschalter nicht im Leerlauf??? Wenn ja in eine Position bringen. Ist die Lamellenkupplung am Lenkradsockel auf „Fahrt“ oder „Stand“?- Sie muß auf „Fahrt“ stehen. Lässt sich das Rad immer noch drehen, ist der Kupplungsautomat falsch eingestellt- dann heißt es „Motor wieder raus und noch einmal bitte!“.
An sonsten kann man damit beginnen, den ganzen anderen „Quatsch“ wieder anzuschrauben. Hier noch ein Tipp: Hat man vergessen, den Betätigungshebel an der Kupplungsglocke auf die Welle zu schieben, reicht es aus, den Hydrauliköltank und den Schmiernippel der Kupplungsausrückwelle abzuschrauben (die Schläuche können dranbleiben!!)- der gewonnene Platz sollte ausreichen um den Hebel einzubauen….

„komische“ Schilder

wer kennt das obere Schild?

wie verhält man sich hier?

Wer in der EU beruflich LKW fährt, weiß es schon längst: jeder kocht sein eigenes Süppchen. Ladebestimmungen, Tonagen, Ladungssicherung, Höchstgeschwindigkeiten… Nicht einmal Verkehrsschilder sind „symchronisiert“. Hier ein paar schöne ungarische…

Lange haben wir gerätselt- zu groß ist die Ähnlichkeit mit dem darunterliegenden Zeichen. Das obere Schild steht immer vor Hügeln, über die man den Gegenverkehr nicht  sehen kann. Beim überholen ist erhöhte Vorsicht geboten. In anderen Gebieten der EU hätte wohl einfach ein Überholverbotsschild gestanden. Wer denkt, das man nach diesem Schild suchen muss, ist übrigens auf dem Holzweg. Es handelt sich dabei nicht um ein Rudiment aus alten Zeiten.

Anfang des "Loches" in der Ortschaft

Bebauung zu Ende, aber der Ort nicht!!!

Nur einmal gesehen haben wir das folgende Paar: Wenn Ortschaften „Löcher haben“…

Ich habe jedoch keine Ahnung, ob die Schilder Einfluss auf die zulässige Höchstgeschwindigkeit haben. Nach dem Verhalten der ungarischen Fahrer kann man nicht schlussfolgern…

"Loch" Ende

die Ortschaft geht weiter

Das Letzte der Schilder sieht man sehr oft – aber genauso oft wird es missachtet. Wer kann sich noch an die alten, runden Stoppschilder erinnern? Vom Stil her ist das Letzte auch so. Ich weiß, das es früher bei uns ein ähnliches, zweigeteiltes Verbotsschild gab. In der oberen Hälfte war ein Motorrad, in der Unteren ein Auto. Das Ungarische Schild würde ich bei uns auch einführen- allerdings würde ich es noch um ein Symbol erweitern. Als viertes würde ich hier einen alten VW T2 oder T3 abbilden, die teilweise für LKW und Busse nervige Hindernisse sind…..
Man kann sicher sein, das man auf den ungarischen Straßen, an denen dieses Schild steht vor allem eines findet: Traktoren…

schrottfeie Straße

Wenn sich mal alle daran halten würden…

Pannonhalma und Györ

Ungarn? Billig, Balaton, Wein und „nach Navi brauchste nich fahren!“ Auf diese paar Gedanken wird Ungarn in der heutigen Zeit reduziert. Wirklich gelten lassen kann man aber nur Wein und Balaton. Das es hier in der Nähe einen super Kletterpark gibt (bis 7m hoch) oder bedeutendes Weltkulturerbe wissen die wenigsten. Bei Weltkulturerbe denken viele jetzt an Budapest- nein, ich rede von Pannonhalma.
Die Anfänge der Erzabtei gehen auf das Jahr 996 zurück… Zu besichtigen ist die Basilika, deren Mauern teilweise aus dem Jahr 1224 stammen, und die Bibliothek, sowie Unterkirche nebst Kreuzgang. Leider ist dort fotografieren verboten (wenn es auch alle gemacht haben) so das ich keine Bilder von der Anlage hier zeigen kann. Aber ich kann sagen: HINFAHREN!!!! UNBEDINGT!!!! Den Audioguide nehmen und dem „Pfad“ folgen und…staunen.

die Erzabtei

Auf dem Berg gelegen, aber gut erreichbar

Wie gesagt, man sollte sich Pannonhalma nicht entgehen lassen.
Wenn man schon mal in der Nähe ist- in 20 km Entfernung liegt Györ. Die Stadt besitzt unter anderem eine Synagoge und mehrere sehenswerte Kirchen. Als erstes ist hier die wunderschöne Karmeliterkirche zu nennen, von der ich hier ein paar Bilder zeigen kann. („Klick!“ zum vergrößern)

Die 1721- 1725 im barocken Stil errichtete Kirche ist reich an Verzierungen und wirkt innen hell und freundlich. Aber gegen die Schönheit und Pracht der Kathedrale der heiligen Maria erscheint sie eher nüchtern. Es ist unvorstellbar, das man so viel Pracht und Schönheit in ein Gebäude holen kann. Noch ein Tipp: wer das Ensemble der Bischhofsburg besucht sollte sich die „Kombikarte“ kaufen- 1000 Forint Eintritt pro Erwachsenen. Einzeln kosten die meisten der 7 Teile des Ensembles 500 Forint… und in den Museen ist ab 16.00Uhr Einlaßschluss.

Es ist einfach nicht möglich dieses Flair mit Fotos einzufangen. Unbedingt ansehen!!!!
Nach so viel Genuss für die Augen sind auch andere Sinne gefragt- und ein Eis passt immer- wir haben am „Dolcevita“ Eiskaffee Station gemacht- dort gab es eine Eissorte die „Liebe zu Györ“ hieß- unbedingt probieren! Aber auch die anderen Sorten waren nicht zu verachten- der Laden ist empfehlenswert und die Bedienung mit viel Charme…

Super Eis!!!

Ein Genuss für die Sinne und eine charmante, schnelle Bedienung

Urlaub in Ungarn

Wenn wir es uns leisten können, fahren wir gern nach Ungarn in den Urlaub. Das Land ist urwüchsig, die Bewohner freundlich und für den, der hinsieht, gibt es viel zu sehen. Für alle, die hier Reisetipps suchen: lasst den tiefergelegten Golf zu Hause- Ölwanne und Schürze würden auf der Strecke bleiben… Wir sind wie immer mit unserer „Grand Dame“ angereist. Ein wenig durstig, aber bequem.

unsere "Grand Dame"

134 Ps 16V Benziner mit bis zu 7 Plätzen.

Wenn man die rund 1000km von uns bis nach Ungarn hinter sich gebracht hat, fährt man am besten ins Quartier um dann festzustellen, das man noch ein paar Dinge mal eben einkaufen muß. Wir wohnen wie immer bei Doris, es ist familiär, aber zwanglos und man muß auf nichts Gewohntes verzichten. Nicht zu vergessen, das Sie ein absoluter Insider ist.
Wir nehmen nie große Mengen an Lebensmitteln mit hierher, wenn man weiß, was man kaufen kann ist das auch kein Problem. Man hat 2 Möglichkeiten:

1. ich will alles wie in Deutschland: Spar, Lidl, Aldi (ausnahme Roggenbrot)
2. ich will mal was anderes: Tesco, COOP

Jeder der mich kennt, weiß, das ich eher zu Punkt 2 neige. Richtig schockiert war ich voriges Jahr im Spar: da gab es holländische Tomaten und Milch aus DE – und das obwohl die Tomaten vor der Tür wachsen. Ich habe so gut wie keine einheimischen Produkte gefunden. Spar spare ich mir seit dem. Ein paar gute Sachen aus’m TESCO gibt es hier zu sehen:

Dann braucht man noch etwas Wurst und Brot/ Brötchen. Richtiges dunkles Brot ist hier kaum zu bekommen und an Wurst nehmen wir hier immer Salami im Stück. Leberwurst geht auch. Ungarischer Camembert ist übrigens wie deutscher: relativ fade… Das können die Franzosen mit Abstand besser….
Tomaten und Paprika sollte man Einheimische kaufen (wie auch Melone)- das Zeug wächst vor der Tür und ist geschmacklich kaum zu überbieten.
Aber genug mit der Fresserei- wir sind nach Veszprem gefahren um uns im Burgenviertel ein wenig umzusehen… Unser Fehler war, das montags zu machen, denn montags hat die Kultur hier Ruhetag. Ein paar schöne Bilder gab es aber trotzdem noch:

Ein echtes Prachtstück ist hier die Kathedrale des heiligen Michael. Wir sind ganz umsonst eingelassen worden- es war ja Montag. Das Gebäude erinnerte uns sehr stark an die Kathedrale von Pecs, die wir im vorigen Jahr besucht hatten. Nur das die in Veszprem von aussen schmuckloser und viel kleiner gehalten ist. Innen gehen einem jedoch die Augen auf…

Das muss man selbst gesehen haben- Bilder sind nicht dafür geeignet diese Eindrücke wiederzugeben.
Die anderen Bilder von Veszprem hänge ich mal hier an…

Auf dem Rückweg stand dann mal wieder so eine Kirche „im Weg“. Das veranlasste mich, mal abzubiegen und mir das Bauwerk aus der Nähe zu betrachten.

QR- Code, die neue Mode

Am Anfang des Internets für alle, fand man auf einigen gekauften Produkten neben einer Bedienungsanweisung aus Papier noch einen Hinweis auf eine Webadresse. Das war „extendet Service“.

Dann verschwanden die Hinweise aus Papier und wurden gegen Zettel mit Werbung und dem Hinweis „for more information visit http://….“ ersetzt. Da wurde es dann einfach nur billig.
Niemand hätte geahnt, das das noch „besser“ geht. Heute gibt es oft nur noch den QR- Code. Ein häßliches Viereck ziert Bierflaschen, Plakate, Versandlabel und Zeitungen. Auch auf Formularen der „Bundesagentur für Arbeit“ sind sie zu finden.

versteckte Inhalte???

nicht mehr menschenlesbar

Das sich diese Codes mißbrauchen lassen, wurde in der Praxis schon bewiesen. Eigentlich schon schlimm genug, aber was vielen noch nicht aufgefallen ist: oft ist NUR der Code da, keine menschenlesbare Kennung oder Internetadresse. Auch auf dem Formular für Nebeneinkünfte der Bundesagentur für Arbeit ist so ein Code- ohne „Übersetzung“ darunter. Niemand weiß also, welche Version des Formulares er in den Händen hält. Wir sind also ein gutes Stück weiter auf dem Weg zum völlig verblödeten Verbraucher. Wenn das so weiter geht, wird man in ein paar Jahren gar nicht mehr merken, wenn Daten ausspioniert werden  und der QR Code das geliebte Handy/ Tablet dazu bringt sämtliche Speicherinhalte unbemerkt zu übertragen. Der Besondere Knüller: man muß für’s Internet nicht mehr lesen und schreiben können- in weniger als 100 Jahren wird es möglich sein für den normalen Menschen das Alphabet abzuschaffen…

Geburtstag!!!!

Ich bin ja bekannt dafür, nicht immer der Nette zu sein und manchmal ziemlich deutliche Worte zu finden. Meine Frau hat mich schon immer gewarnt- „… ich hoffe dann kannst Du auch noch lachen!!!“ Ja ich kann!!! Habe ich doch eine schöne Karte bekommen… Zum 60ten…. Wer es nicht weiß: ich bin 1966 geboren…

sogar mit Musik

etwas verfrüht- aber was man hat, das hat man

Natürlich mit unterzeichneter Innenseite…. So wie sich das gehört.

schön, das sie an mich gedacht haben...

wer austeilt, muss auch einstecken können….

Hihi, ich freue mich schon, wenn ich mal Enkel hab, da kann ich all diese nervigen Spielzeuge kaufen und den kleinen viele interessante Dinge beibringen…
Aber mal Spass beiseite- Kinder- ich bin stolz auf euch!!!

neue Innereien

Manchmal glaubt man, das nichts klappt. Um so angenehmer ist man dann überrascht, wenn sich doch alles zum Guten wendet. So hatte ich vor einer Weile hier ein paar Ersatzteile für unseren RS09 bestellt und hier die Kupplungsglocke schweißen lassen. Eigentlich wollten sich die Firmen telefonisch melden, aber da kam wohl etwas dazwischen- so fuhr ich nach 2 Wochen selbst vorbei.

heiß begehrt

Dichtringe, Ausrückgabel, Drucklager, Druckplatte und Halteklammern

Ich war wirklich begeistert- alles da. Da die Rechnung noch nicht fertig war, konnte ich die Teile ohne Bargeld mitnehmen…. und das als Neukunde. Auch vom Preis her kann ich zufrieden sein: im Internet kosten die Klammern pro Stück 7 Euro- hier nur einen…. Analog dazu bewegen sich auch die Preise der anderen Teile.
Anschließend habe ich dann noch die Kupplungsglocke abgeholt- die nächste positive Überraschung: der Preis-unter 50€ und saubere arbeit.

Einen Wermutstrofpen gibt es trotzdem: bei der Montage des Zylinderkopfes stellte ich fest, das der Ölabstreifring, den ich geschenkt bekommen hatte, zu groß ist. Er passt nicht in die Laufbuchse. Beim Einkürzen ist er mir gebrochen- nun muss ich ein Set kaufen- 50€ plus Mwst….

Schilderwald Ade- fliegen leicht gemacht

Wenn es trocken und warm ist, fahre ich über kurze Distanzen gern mal mit der Simson, die schon meine Frau in jungen Jahren bewegt hat. Im Gegensatz zu den heutigen Mokick’s sind die alten „Summels“ noch richtige Motorräder- man muß schalten und kuppeln.

ein Oldie....

alt, aber immer noch gut in Form

Am Freitag früh, kurz nach 8 war ich auch wieder unterwegs- nur zweieinhalb Kilometer. Wie unser RS09 ist auch die S51 ein Liebhaberstück, das bei uns sein Gnadenbrot bekommt. Ich fahre sie daher auch nie Vollgas.
Eine ganze Generation Ostdeutscher verbindet ihre Jugenderinnerungen mit diesen „Indianerfahrrädern“- Obwohl „Indianerfahrrad“ eigentlich der Spitzname der „Jawa Mustang“ war.
Auf dem Rückweg, kurz vor zu Haus bekam ich einen riesigen Schreck- war doch einfach ein Teil der Fahrbahnoberfläche weggefräst!!! Kein Schild, kein Warnhinweis- nichts deutete darauf hin. Trotz Bremsung gab es doch einen leichten Durchschlag im Vorderrad- nicht schön und völlig unnötig. Für jeden Sch…ß werden in Deutschland Schilder aufgestellt- aber für eine 120 Seelengemeinde warscheinlich zu viel verlangt.

abgefräster Fahrbahnbelag

Ansatz für die neue Straße- Warnschilder – Wozu?

Ein Zweiradfahrer ist ja durchaus zu ersetzen und nach seinem Ableben, kann man ihn ja immer noch als Organspender verwenden….
Aber „Spaß“ beiseite- es gibt sicherlich eine Vorschrift, die das Aufstellen eines Warnschildes gebietet, aber vielleicht muss ja erst jemand  ernsthaft zu Schaden kommen….

Öl für die Seele

Das alte Maschinen eine Seele haben, ist wohl so ziemlich unumstritten. Sie kennen ihren Herrn und merken, wenn es jemand gut mit ihnen meint. Als wir unseren RS09 kauften, wußten wir, das noch ein paar Handgriffe dran zu machen sind…
Vor ein paar Wochen sind wir in den Wald gefahren- mein Schwager, ich und unser Molli.
Wie immer startete der Motor wiederwillig mit dem linken Zylinder, während der Rechte seinen Unmut mit „Rauchsignalen“ äußerte. Dann liefen beide. Knirschend nahm das Getriebe die Schaltbefehle entgegen.
Die Ladefläche und 2 Hänger voll Brennholz kamen zu Hause an- ohne Probleme. Die Maschine stampfte,  wie vor 50 Jahren schleppten die 18 Pferde die Last. Aber das Geknirsche beim Schalten störte mich, und auch der rechte Zylinder. Zugegeben, ich hasse es, wenn alte Maschinen verheizt werden, denn wenn etwas so lange funktioniert, hat sich auch eine Maschine ein wenig Respekt und Achtung verdient.
Also Motor runter und nachgeschaut…
Bei näherer Betrachtung ist es ein Wunder, das die Maschine noch lief.


Hier eine Auflistung:

  • verklemmter Kupplungsautomat
  • schief und exentrisch eingelaufene Ausrückgabel/ Drucklager
  • stark verschlissene Zahnung auf der Mitnehmerscheibe
  • Luftleitblech am rechten Zylinder fehlt
  • rechter Kolben hat einen Span gezogen
  • 3 Kolbenringe fest
  • Kraftbrücke am Achstrichter nur noch mit einer Schraube befestigt
  • Ölleckage am Rücklaufrohr
  • angerissene Kupplungsglocke

Der Vorbesitzer hatte versucht einen Starter mit 11 Zähnen einzubauen- anstelle des Originalen, der nur 9 besitzt…. Das hat die Kupplungsglocke übel genommen. Zum Glück gibt es Leute, die zu humanen Preisen Aluminium schweißen.
Wirklich Kopfzerbrechen hat mir die Kraftbrücke gemacht. Während die linke Seite völlig intakt ist, war die rechte eine Katastrophe. Von 7 Bolzen trugen gerade mal drei. Ein Bolzen fehlte völlig und bei allen anderen gab es Probleme mit dem Gewinde.

Metallkleber als Füllmittel

Hellblau- Achstrichter, dunkelblau- Bolzen, rot- Metallkleber

Zwei der Stehbolzen waren noch vorhanden, bei einem war jedoch das Gewinde runter. Ich habe mir Metall- klebepaste besorgt und dann per Hand die Gewinde in den Löchern bis zum Anschlag geschnitten. Dann gabs reichlich Kleber aufs Gewinde und rein mit den Bolzen. Den fehlenden Bolzen habe ich gegen einen neuen ersetzt. Vorn, wo die Löcher ausgerissen sind, soll der Kleber ein Kanten und Hebeln verhindern. Die Kraftbrücke ist wichtig, sie verhindert, das sämtliche Zugkräfte über das Gehäuse des Endvorgeleges übertragen werden.

Was den rechten Kolben/ Zylinder angeht, so klingt das schlimmer als es ist. Ringe lösen und abnehmen- Grad wegschleifen und Ringe wieder montieren. Meistens gehen dabei jedoch die Ringe drauf… Ich brauchte auch 2 neue, die ich von einem Nachbarn geschenkt bekam. (Glück!!!) Wichtig ist nun, die Ursache zu beheben- ein fehlendes, kleines Stück Blech, das dafür sorgt, das der Zylinder gleichmäßig umströmt und gekühlt wird. Wieder so ein Teil, wo Menschen mit viel Luft zwischen den Ohren sagen:“ Ditt Blech macht nüscht!“ Richtig, das Blech macht nichts- es muss nur da sein.
Was das Leck am Ölrücklaufrohr angeht, so ist hier eine neue Gummidichtung von Nöten. Die Blechmanschette, die diese Dichtung festhält war verbogen- so kann das nicht abdichten.Zum Abschluss hier noch ein paar Bilder….

Einige Stunden Arbeit habe ich schon investiert- und es werden nicht die Letzten sein. Da sind ja noch: eine Undichtheit in der Hydraulikanlage, die Drähte von der Lichtmaschine zum Regler, das defekte Öldruckmanometer und Kabel, die wieder in die Kotflügel zurückverlegt werden wollen.
Ich habe nicht vor, unsere Maschine auf „Hochglanz“ zu bringen- unser Molli wird zum Herbstfest nicht der hübscheste sein, aber garantiert der, der als erster anspringt…

Behördenkalender

Man hat es ja schon immer vermutet- seit heute ist es offiziell: die Bundesagentur für Arbeit ist von einem anderen Stern…. Woher ich das weiß? Ich habe einfach bei der Familienkasse angerufen.
Eigentlich wollte ich nur wissen, warum wir nach 6 (Erden-) Wochen noch keinen Bescheid von der Familienkasse wegen unseres Pflegekindes haben. Also die 01801… gewählt- nach nur 3 Minuten Warteschleife hatte ich Frau Sch. am Telefon. Sie sagte mir, das es zur Zeit 6 Wochen dauert, aber man habe einen eigenen Kalender…. Deshalb haut nichts hin!!! Aber die wirklich nette Frau erklärte mir dann den „Agenturkalender“: Man rechnet alle Wochenenden und Feiertage raus… Da werden aus 6 Agenturwochen mal schnell 8 Erdenwochen….
Ich hab’s ja schon immer gesagt- alles nur ein Mißverständniss…