Wahnsinn

Dies ist wieder ein Thema aus der „Projekt52″von Sari’s Heldenhaushalt.deprojekt 52 logo

Prolog

Der Mensch bezeichnet sich oft als intelligentes Lebewesen, der in der Lage sei viele Dinge selbst in die Hand zu nehmen, ein soziales Wesen zu sein, das auf seine Umwelt und seinen Lebensraum achtet. Das muss ich durch meine Lebenserfahrung stark in Frage stellen. Ich bin der Meinung, es ist der pure Wahnsinn, gepaart mit Größenwahn und Egoismus, der uns hier antreibt. Auch wird behauptet, das wir in den letzten 3..400 Jahren eine große geistige Entwicklung gemacht hätten.

Tatsachen

Unsere politische Führung, alle samt keine materiell armen Menschen, zeigt es uns: „Wir können uns den Sozialstaat nicht mehr leisten!“ Das bedeutet, das wir weiterhin (und noch stärker) die Kinder materiell schlecht gestellter Menschen (und diese Menschen natürlich auch) gesellschaftlich abhängen. Nix Kultur, nix (gesellschaftliche-) Werte und Ausbildung zum Konsumenten. Leider muss man im Kleinkindesalter anfangen, Gehirne zu trainieren- machen wir aber nicht- obwohl wir uns das mit dem Blick auf die großen Probleme unserer Zeit nicht leisten können. Wir verschenken alle 5000 Kinder einen kleinen Goethe oder Mozart und alle 1000000 Kinder einen kleinen Einstein. Also Menschen, die von ihrem geistigen Vermögen viel zu geben hätten. Man muss schon ein wenig Wahnsinnig sein um das wider besseres Wissen zu machen.

Laufzeiten der AKW’s verlängern, neue bauen- die Wirtschaft braucht Energie! Ein AKW rechnet sich nicht, wenn man alle Materialhandlings mit einberechnet. Aber viel schlimmer: wohin mit dem Abfall? Plutonium-239 mit 24110 Jahren Halbwertzeit- das bedeutet, das das Zeug in 24110 Jahren „nur“ noch halb so viel Strahlt wie heute. Wer denkt- naja ist ja nur 1%- es gibt auch Kohlenstoffisotope mit über 5000 Jahren Halbwertzeit- nur ein weiteres Prozent.. Gibt es hier irgendwo einen Ort der 40000 Jahre thermisch und physisch stabil ist? Aber auch die Zahlreichen Unfälle und ihre Folgen halten langfristig niemanden vom Wahnsinn ab. Alle Atomaren Abfälle auf 40t LKW’s geladen, reicht der Konvoi schon einmal um den Äquator.

Wir als kleines Land können sowieso nichts tun. Diese Aussage begeistert mich immer wieder. Würde die Menschheit auch nur in Teilen eine Art Schwarmintelligenz besitzen würden sich die Menschen mit dem Wissen um die Dinge zusammenschließen und die anderen (Leugner, „Trump’s“, Egomanen) hätten keinen Zugang mehr zu ihrer Welt- könnten also Ihre Wahren dorthin nicht mehr verkaufen.

Lokaler Wahnsinn gefällig: gern. Das Land Brandenburg gilt in weiten Teilen als Niederschlagsarm- und jeder, der hier wohnt, merkt das. Wissenschaftler aller beteiligten Branchen warnen: „Wir müssen dafür sorgen, das der Niederschlag nicht so schnell abgeführt wird- Das Wasser muss mehr Zeit haben um zu versickern und zum Grundwasser zu werden!“ Wir kaufen Waffen, fördern die Wirtschaft, bauen Straßen. „Für die Renaturierung von Feuchtgebieten fehlen uns die Mittel!“ Was passiert eigentlich, wenn die geliebte Wasserpumpe den Dienst versagt- weil kein Wasser mehr da ist? Es kommt noch schlimmer: viele alte Meliorationsanlagen werden weiterhin regelmäßig ausgebaggert (bezahlt mit staatlichen Geldern)- die Wehre sind aber ständig offen und defekt. Deren Reparatur wird nicht bezahlt, ist nicht notwendig oder schlicht zu teuer. Hat schon mal jemand versucht 2 Euro Stücke zu trinken?

Nochmal lokal: da gibt es in Neuruppin einen Kreisverkehr- als man ihn erschuf, an Stelle einer ständig überlasteten Kreuzung, wurde Verkehr gezählt und von Planern berechnet- heraus kam ein großer, leistungsfähiger Kreisel- alle waren zufrieden- über 20 Jahre. Dann musste er saniert werden- die Regierung des Landes Brandenburg subventionierte nur einen Standard Kreisel. Wenn die Stadt Neuruppin die große Ausführung haben will, muss sie ihn komplett bezahlen. Das Geld hatte die Stadt nicht. Wir haben jetzt wieder Stau und Chaos- fast so wie zu Zeiten der Kreuzung.

Keine Woche in der nicht über das Artensterben berichtet wird. Dabei geht es meist nicht um große Tiere sondern Insekten und anderes Kleingetier. Warum mähen wir dann Teppichrasen, den wir trotz Wasserknappheit dann noch regelmäßig düngen, damit er so „schön“ grün bleibt? Und weil wir es zeitlich ja nicht hinbekommen würden, wöchentlich zu mähen, setzen wir den Roboter ein. (den kann man übrigens auch auf höchster Stufe betreiben- dann bleibt der Rasen eine Wiese, ein Lebensraum)

Schon mal Bilder vom Harz gesehen? Jede Menge Totholz auf dem Berg. Weil: Monokultur und Borkenkäfer. Die großen Waldbauern forsten wieder auf: Douglasie. Die mag der Borkenkäfer nicht besonders- aber es ist wieder eine Monokultur. Wahnsinn. Live. Den kleinen Waldbauern, denen das Geld fehlt, die „faulen“ die einfach wachsen lassen, sind vom Irrsinn ausgenommen: Kiefern, Birken, Eichen, Ahorn- was so aufgeht. Übrigens- auch Douglasien haben ihre Schädlinge, gegen die man dann auch nicht spritzen kann (darf).

Ab und an wird von  der weltweiten Überbevölkerung gesprochen- und das geht uns ja alle an- aber eine Regelung gibt es nicht. Da wird weiterhin das 3. 4. 5. Kind materiell belohnt. Nicht nur bei uns. Stellt euch mal vor, es gäbe Europaweit so eine Reglung: 1 Kind: ist Super Staat und Leute freuen sich, es gibt „Begrüßungsgeld“. Ein zweites: Es gibt eine kleine Hilfe… Und danach ist Feierabend. Klingt hart- aber wo anders verhungern Kinder, weil die Menge an Nahrungsmitteln ja schon jetzt nicht ausreicht… Überzählige Kinder von streng Gläubigen müsste übrigens die jeweilige Kirche versorgen- mal sehen, wie lange sie ihre „Ehre das Leben“ Politik durchhalten, wenn sie sie auch bezahlen müssen. Hier sei mir etwas Zynismus gegönnt…

Epilog

Es gibt da noch viele Felder, wo man den Wahnsinn findet- und man muss nicht mit mir in allen Punkten einer Meinung sein, aber der Wahnsinn ist mitten unter uns. Geduldet und manchmal sogar gewollt. Alle wissen: das kann kein gutes Ende nehmen- es ist purer Wahnsinn!!!

Holz- weit mehr als ein Brennstoff

Früher waren viele Dinge aus Holz, für die wir heute andere Materialien verwenden. Da sei nur mal an das Rad erinnert: Wer kann heute noch Kutsch-) Wagenräder bauen oder Riemenscheiben aus Holz? Oder ein Uhrwerk? Die Meisten von uns würden „sich die Karten legen“. Dieser Beitrag gehört auch zu  Saris Projekt 52. projekt 52 logo

Auf einer großen Auktionsplattform habe ich mir die defekte Replik einer „Einzeigeruhr/ Waagbalkenuhr ersteigert.

Uhrenteile aus Holz

einige Holzteile

Es ist für mich unvorstellbar, wie man „Dreizehnhundertgrünkohl“ technologisch in der Lage war, Zahnräder her zu stellen und den ganzen „Quatsch“ zu berechnen. Vielleicht hat man das aber auch nur durch Versuche herausgefunden.

Solche Uhren sind sehr ungenau und wurden ein mal am Tag nach dem Stand der Sonne gestellt. Die Ungenauigkeit hat aber nichts mit dem verwendeten Material zu tun, Hauptproblem ist die Art der Hemmung- also wie das Hemmungsrad aufgehalten wird, damit es nicht kontinuierlich dreht. Grundsätzlich lässt sich sagen: immer wenn durch den „Schwung“ (Massenträgheit) das Hemmungsrad rückwärts dreht, wird es ungenau. Ein weiterer Faktor ist der Waagbalken selbst, der Luftströmungen ausgesetzt ist.

das Hemmungsrad

das Hemmungsrad

Diese beeinflussen seine Bewegungen nicht unerheblich. Letztendlich hat diese Uhr aber auch schon alles, was eine moderne Uhr besitzt:

-einen regelbaren Schwingungsgenerator:hier: Waagbalken, Hemmung und Hemmungsrad (heute Schwingquarz mit Spannungsregler)

-Frequenzteiler: hier: Zahnräder (heute Flip-Flop- Frequenzteiler)

-Anzeige:  hier: Zeiger/ Zifferblatt (heute Display mit Steuermatrix)

– Energiespeicher: hier: Steine (Lageenergie) (heute: Batterie oder Netzanschluss)

Es hat mich wirklich fasziniert dieser Replik aus den 70ern wieder Leben einzuhauchen und fehlende Teile zu ersetzen. Wenn man genau hin sieht, ist das ein „Billigteil mit Showeffekt“ Lagerbuchsen aus Kunststoff, Metallachsen in den Rädern….

ABER- sie zeigt sehr anschaulich wie ein Zeitmesser funktioniert und welcher Uhrentyp am Anfang stand. Übrigens haben Waagbalkenuhren nichts mit den Drehpendeluhren gemein: letztere sind hochpräzise und haben eine völlig andere Art der Hemmung- man könnte sie nicht aus Holz herstellen , da dafür unter anderem Stahldraht erforderlich ist und das berühmte Glas…

Bild meiner Waagbalkenuhr

meine!

Fehlt nur noch der Energiespeicher- also die Gewichte, die Feder etc. Um es stilecht zu gestalten kamen für mich nur Feldsteine in Frage. Gern hätte ich durch einen hindurch gebohrt- musste dann aber aufgeben, nachdem ich 2 Bohrer „verbraucht“ hatte.

Zwei Feldsteine als Energiequelle

was die Natur so bietet

Die nötige Energiemenge habe ich durch probieren herausgefunden- nein, ich habe die Steine nicht nachgewogen, kann also nicht sagen, wieviel Kilo oder Gramm da unten dran hängen.

Warum Pferde einen riesigen CO2 Abdruck haben

Wenn man in der Nähe der „Stadt der Pferde“ wohnt, kann man das leicht erklären- und nur den Kopf schütteln. Jede Menge „Haferfresser Transportsysteme“- Da werden teilweise richtige große LKW als „Wohnmobil“ genutzt- als fahrbarer Pferdestall mit Einlieger- Wohnung sozusagen. Meist Kommt dann noch ein großhubiges Automobil hinzu- für die „Begleitpersonen“.

Wenn dann Fohlentreff, Hengstparade, Stutenshow, Dressurreiten, Springturnier oder irgend ein solches Event stattfindet, werden die Nerven der Einheimischen bis an die Grenzen belastet. Überall im Umfeld rollen auf den Landstraßen eben jene Hafermotor – Fahrgestelle. Um die Tiere nicht so zu schütteln werden maximal 70km/h erreicht. Bremsen ist auch zu gefährlich- da muss ein anderer schon mal auf seine Vorfahrt verzichten, auch, wenn er eine Gefahrenbremsung machen muss oder mit dem Motorrad unterwegs ist. Weiß doch jeder, das Motorrad fahren gefährlich ist…

Da Reit- und  Dressurpferde scheinbar ohne eigene Beine geboren werden, ist es notwendig sie vom Event auf die Koppel, und zurück, zu fahren.

Die „Naturliebhaber“ beschweren sich dann über die unangenehme Witterung und den Klimawandel, auch die bösen Landwirte, die ihren Diesel wieder subventioniert bekommen sind Schuld- aber selbst verbrennen sie hunderte Liter Kraftstoff für totale Dekadenz.

Ich mag Pferde- schöne, saubere und stolze Tiere, aber das Drumherum…

Dialogpost macht Spaß!

Wer kennt sie nicht, die geliebte Dialogpost! Persönlich adressiert gibt sie vor wichtig zu sein- dabei handelt es sich nur um Werbung. Besonders spaßig ist es dann, wenn nach 8 Jahren plötzlich ein DIN A4 Umschlag bei der Ex Frau eintrifft und man eine Nachricht bekommt, das man doch bitte diese Post abholen und die neue Adresse angeben solle… Ausgelöst habe ich das wohl selbst- habe ich mein neues Auto doch bei der Ergo versichert- aber Ergo Düsseldorf und nicht Ergo Nürnberg, also einem ANDEREN Unternehmen. Sicher habe ich ungewollt zugestimmt „Angebote“ von der Ergo zu erhalten aber meine Versicherungsfrau hat in Nürnberg keinen Zugang um das abzustellen, da es ja ein anderes Unternehmen ist… Eigentlich dürften die Nürnberger meine alte Adresse nicht mehr haben. – Über 10 Jahre hatte ich keinen Vertrag mehr bei der Ergo- Gruppe.

Nun könnte ich vielleicht dort anrufen um das abzustellen- dann müsste ich sicher meine neue Adresse angeben- da habe ich allerdings Angst, das ich dann den ganzen Müll im Briefkasten habe.

Antwortkuvert mit Werbung

Werbung versenden

Aber, ich verwende die Antwort- Briefe: und schicke Werbung zurück. Das müssten viele Leute machen, das wäre dann sicher das Ende der Dialogpost! Also: aufgewacht und mitgemacht !!!

 

NACHTRAG

Eine Woche später erhielt ich an meine neue Adresse Post: „Wir bedanken uns für die Mitteilung Ihrer neuen Adresse… “ Da kann man nichts mehr zu sagen- ich gehe mal davon aus, das ich geistig umnachtet bin und nicht mehr genau weiß, was ich mache. Auch wurde ich benachrichtigt, das die ihren „Werbemüll“ 20 Tage im voraus produzieren und es also sein kann… War dann auch so. Ich hab ihnen dann wieder „Einkaufstipps“ eines Restposten Marktes geschickt.

Übrigens- in der Zwischenzeit habe ich auch Post von der Allianz erhalten: an die alte Adresse… Auch da habe ich keinen Vertrag mehr…

Scheune in ÖL – auf dem Weg

projekt 52 logoDieser Beitrag gehört zum Projekt 52, den Sari vom Heldenhaushalt ins Leben gerufen hat. Dabei kann man als interessierter Leser die Standpunkte/ Meinungen verschiedener Blogger zu einem Thema ansehen. Für diesen Artikel ist das Thema „Auf dem Weg“.

 

Vorwort

Immer wenn (Groß-) Städter am Tor unseres Grundstückes vorbei tingeln heißt es- „Ohhh ist das eine schöne alte Scheune!“ Dabei sieht natürlich niemand wieviel Arbeit und Kosten dahinter stecken. Ganz abgesehen davon, das wir knapp 18000 Euro für die Neueindeckung des Daches und die notwendigen Reparaturen des Dachstuhles ausgeben mussten.

Rückseite

Auf der Rückseite sind noch die original Lehmgefache erhalten. Natürlich nagt der Zahn der Zeit überall- die Lehmteile („Gefache“) sind teilweise ausgewaschen und bröckelig.

Scheune von hinten mit "Balkonkraftwerk"

Rückseite mit Mini- PV

Hier sind nicht nur die Balken zu pflegen sondern auch die Lehmfelder, Gefache genannt, zu reparieren. Dazu braucht man Lehm, Sand und Faser. Meist bestelle ich Haffnermörtel- also Lehmmörtel für Ofensetzer. Warum? Haffnermörtel ist fertig gemischt- der erforderliche Anteil Sand ist schon drin. Man muss dann nur noch reichlich Faser dazu geben. Dafür verwende ich meist Rasenschnitt- Er lässt sich weit einfacher verarbeiten als Stroh. Die Fasern sind notwendig, da Lehm im Laufe der Zeit rissig wird, ohne Fasern würden die Felder wieder „herausbröckeln“ Wer hier nachmachen will: vorher die alten Felder wirklich gründlich durchnässen- sonst verbinden sich alt und neu nicht… Das Lehm- / Fasergemisch lässt sich gut mit den Händen an die Wand schmeißen- für die Oberfläche nehme ich eine handelsübliche Metall- Glättkelle. Kosten pro großem Feld (Gefach) etwa 40 Euro. Übrigens… Für „Doktor Besserwiss“: ich habe nie ein Seminar besucht oder mich auf einer Videoplatform informiert- den Umgang mit Lehm habe ich als Kind gelernt. Kann sein, das es bessere, schnellere Möglichkeiten gibt- die hier funktioniert. Das erste Gefach habe ich vor 5 Jahren repariert- hält. Basta! Wie immer übernehme ich keine Garantie für Leute, die hier nachmachen.

repariertes Lehmgefach

repariertes Lehmgefach

von Vorn

Hier präsentiert sich unsere Scheune mit ausgemauerten Gefachen. Die sind allerdings auch nicht so ganz pflegeleicht, da man damals irgendeinen „komischen Sand“ dafür genommen hat, in dem viele Insekten Löcher „gebohrt“ haben. Mir blieb also nur die völlig defekten Fugen mit Zementmörtel neu zu verfugen. Mein Nachbar fragte mich schon, ob ich Mutter und Vater erschlagen hätte, weil ich freiwillig eine solche Strafarbeit erledige… Und dann kommt noch das „Absprühen“ der gesamten Balkenlage mit Leinöl- Halböl dazu. Dafür verwende ich Leinöl Firnis, den ich mit ca 30% Terpentinersatz strecke. Das übrigens nicht aus Geiz- damit wird der Firnis etwas flüssiger und zieht besser und tiefer in’s Holz ein. Mit der Sprühpistole habe ich nur für die Vorderseite etwa 8 Liter Leinölfirnis und knapp 3 Liter Terpentinersatz benötigt. Natürlich habe ich die Balkenköpfe der Dachsparren und das Schwellenholz gründlich mit behandelt. Leinölfirnis ist nicht gerade billig- für guten bezahle ich mittlerweile über 9,40€ pro Liter- da ist der Terpentinersatz als „billig“ anzusehen- mit etwa 6 Euro pro Liter.

vorderseite der Scheune mit frisch göltem Holz

die Vorderseite

Wer genau hinsieht, wird feststellen, das die rechte Seite schon neu verfugt ist, die Linke noch nicht. Aber es ist wie hinten: Auf dem Weg!

Epilog

Nach der Arbeit mit der Sprühpistole sehnt man sich dann nach einer Dusche- mit Geschirrspülmittel… Viele der modernen Duschgels sind rückfettend und hautschonend- wenn man aber „verölt wie ein Trabiauspuff“ daher kommt will man nichts „rückfettendes“…

Überall: Deppen!!!

Einleitung…

Ich erinnere mich zu gut an die Zeichnung eines Karrikaturisten: Der Herrgott auf einer großen Wolke auf der linken Seite eine Wand mit einem Regelknopf. Über dem Knopf steht „Deppen“  der Knopf besitzt eine Skala von 2 bis 10- wobei die „10“ rot ist, alle anderen Ziffern blau. Der Knopf steht auf „10“ und Gott fragt: „Hey, seit wann ist das so?“ Er hat dabei einen ängstlichen Gesichtsausdruck…. Ich glaube sie ist von Ralph Ruthe.

Tatsachen

Als das Motorrad meiner Tochter zum Service musste, habe ich nicht lange überlegen müssen- natürlich habe ich ihr meines geliehen, hatte sie doch ohnehin Pech und ihr Auto ist nach einem Wildunfall noch in der Werkstatt. Außerdem ist sie in Sachen Motorrad eine gute Fahrerin. Also- warum nicht… Sie will bei einem Kumpel in der Kreisstadt übernachten- mein Motorrad würde also in seiner Garage stehen- „um so besser“ dachte ich.

Physik

Einen Citroen 2CV kann man in der Kurve nicht umkippen- stimmt, so lange man dabei nicht Rückwärts fährt!  Auch Motorräder haben da ihre spezielle Physik. Drauf sitzen und rückwärts rollern geht, solange es nicht Bergab geht…

Tank mit Beule

Beule

Der Typ hat „LEICHTkraftrad“ wohl zu wörtlich genommen- und weil er in der Schule sicher mal Kreide holen war, ist ihm nicht bewusst, das ca 140 KG Motorrad viel schwerer sind als er selbst. Leider ist Physik kein Wettbewerb sondern folgt Gesetzen- eines davon: größere Masse „gewinnt“- immer. Eigentlich müsste ich ihm noch einen Gutschein für die Abendschule spendieren: „Körperphysik für Anfänger“ !!!! Aber schon der Tank kostet mich 334 Euro. Dazu kommt noch, das es eine Weile dauern wird, bis der neue Tank da ist- Brixton hat kein „Headquarter“ mehr in Derutschland und kein Vertriebsnetz, nur noch ein paar Teile- Händler. Jeder andere Biker denkt jetzt- „so ein Blödmann, schmeißt sein Moped um!“ Damit werde ich automatisch zu den Deppen gezählt. Ich bin schon den dritten Tag stinkig deswegen. Ich mag meine Sachen- und mein Moped ganz besonders.

Das Leben in einer psychosomatischen Jugendklinik – Eine Beobachtung

Teil 1

Ankunft

Zwei Wochen sind bereits vergangen seit dem ich hier bin, doch erinnere ich mich noch genau an die ersten Tage: wie neu, anders und absurd hier alles war- und immer noch ist.

Als ich hier ankam hieß es erstmal Sachen auspacken und „zusammen“ durchgucken – was daraus bestand, meinen Koffer durchgewühlt zu bekommen sowie hier und da der Anmerkung „das muss ich dir gleich abnehmen“ oder „ das schließen wir weg“. Meine persönlichsten Gegenstände und Dinge des Alltags – nicht mehr unter meiner Kontrolle.

Meine digitalen Geräte, welche meine einzige Kontaktmöglichkeit zu Freunden darstellen – entnommen, mein Geld inklusive aller Karten und Dokumente – entnommen … sogar mein Feuerzeug kam mit in die Box mit der beiläufigen Erwähnung dass ich das wahrscheinlich nicht mehr Wiedersehen werde, wegen den Vorschriften oder sonst was. Doch dabei bleibt es noch lange nicht: Deo, Cremes in Glasbehälter, Rasierer und Föhn direkt eingesperrt im Badschrank , der jeweils für 20 Minuten am Morgen und am Abend geöffnet wird. Selbst die eins, zwei Schokoriegel welche irgendwo in meinem Rucksack gelandet sind: eingesperrt – irgendwie absurd oder? Alles was irgendwie einen Menschen bzw. eher eine Person auszeichnet „entnommen“. Eine Mischung aus entmenschlicht und objektiviziert = „entpersonifiziert“ würde ich meine Gefühlslage danach beschreiben.

Klar mit einigen Maßnahmen habe ich gerechnet, aber diese Absurditäten haben mir hier an diesem Ort noch den letzten Rest der Realität genommen. Und genau dieses Gefühl würde sich in den nächsten Stunden und Tagen wenigstens bestätigen, wenn nicht sogar verstärken – nur wusste ich es zu diesem Zeitpunkt noch nicht, sondern hatte es nur schon geahnt.

Nachdem ich unsere „Schlafstation“, welche sich in einem ganz anderen Haus befand und nur zum Schlafen (Abends um 21Uhr) betreten werden darf , mit der Aufsicht verlassen hatte ging es auf die „Tagesstation“ – Erkenntnis: Mein Rückzugsort unter Fremden ebenso „entnommen“ . Im Gruppenraum, welcher mit der einzige Aufenthaltsort der 6 Patienten inklusive mir ist, traf ich auf meine Mitstreiter. Diese sind jedoch alle mit den verschiedensten Diagnosen und Symptomen zusammengeworfen worden – Ähnlich wie eine Gummibärenmischung: Alles wild zusammengeworfen, geschmacklich nicht kompatibel – Einzige Gemeinsamkeit: alles Gummibärchen und keiner mag sie.

Logisch dass ich vor allem die ersten Tage mit Kopfschmerzen zu kämpfen hatte.

 

Dieser Beitrag ist von Phönixe

Jeden Sonntag

projekt 52 logoWer kennt es nicht: Sonntag Nachmittag: Kuchen Kaffee und jeder versucht den Gedanken an den folgenden Montag auszublenden. Die Küche duftet nach selbst gebackenem Kuchen, der Wassertank des Kaffeevollautomaten wird gefüllt. Der Milchtank ebenfalls. „Latte Macciato“ wird gewählt und die Maschine faucht- leider kommt kaum Milch – Milchschaum schon garnicht.

Bild einer Eletta

unser Kaffeevollautomat

Wir sehen uns an und meine bessere Hälfte spricht aus, was ich denke: „Das muss ja jetzt passieren!“

Abhilfe

Mit dünnen Bürsten, einer Demontage der Milcheinheit und etlichen Kniffen habe ich schon mehrmals mit dem Problem gekämpft. Oft hielt der Erfolg nicht lange an, da man in die  Löcher feinen Düsen nicht wirklich hinein kommt. Besonders problematisch ist da die Verengung in dem abnehmbaren Auslaufrohr. Also habe ich diesmal nach einem anderen Lösungsansatz gesucht.

  • alle betreffenden Teile in warmen Wasser mit Spülmittel ca 1 Stunde einweichen, dabei darauf achten, das nirgendwo Luftblasen im Rohrsystem des Milchaufschäumers verbleiben
  • das Auslaufrohr und die Aufschäumeinheit mit Druckluft ausblasen (ich hatte ca 8 Bar Druck)
  • auf die Düse (vorher/ nachher) im Aufschäumer achten (siehe Foto)
  • alles nochmals mit klarem Wasser spülen
  • zusammensetzen – fertig.

Wichtig: gründlich ausblasen keine Öffnung vergessen. Ich war erstaunt, welche Mengen an Milchfettresten herausgeflogen kamen.

zum Schluss

Selbstverständlich bringen wir „Fräulein Eletta“ ein mal im Jahr zum Service und pflegen sie. Wir sind mit der Maschine zufrieden- und dank der Idee mit der Druckluft ist das Problem mit dem Milchsystem nun Geschichte. Jeder der dieses Milchsystem kennt, weiß, das man nicht erst warten muss, bis es nicht mehr funktioniert- es fängt schon vorher an, sich bemerkbar zu machen….

Mein Hobby

was es so gibt

Es gibt etliches, was mir am Herzen liegt

  • Musik hören
  • Motorrad fahrenprojekt 52 logo
  • der (Nutz-) Garten
  • mein Blog
  • Computerkram (Linux)
  • reparieren
  • alte Uhren

the Number one

Seit Jahren mag ich es, Dinge zu reparieren. Viele Maschinen und Geräte habe ich als „Defektware“ gekauft und „wiederbelebt“- hier nur ein Beispiel. Egal ob alte Uhr oder defekter Kundenrückläufer. Da wird schon mal ein altes AT Gehäuse zu einem ATX umgebaut, oder „wild“ in einer Solarlampe herumgelötet. So besitze ich keine neuen Staubsaugroboter- alles wiederbelebte „Leichen“. Den hier gibt es übrigens immer noch.

der Ort des Geschehens

Natürlich braucht man mehrere Orte um so etwas zu machen- niemand will am Küchentisch mit der Flex arbeiten oder ein Uhrwerk in sandiger Umgebung reinigen. Die feinen Dinge mache ich wirklich am Küchentisch- den Rest in meiner Werkstatt.

meine chaotische Werkstatt

meine Werkstat

Natürlich habe ich immer mehrere Projekte am Start und manchmal gibt es auch Dinge, die ich erstmal liegen lasse, weil es Komplikationen gibt, oder unvorhergesehenes eingetreten ist. Ich betrachte das übrigens wie eine Künstlerwerkstatt- für den Laien das blanke Chaos- für mich hingegen hat alles eine relative „Ordnung“. Eigentlich wollte ich schon lange den Fußboden ebnen und Regale bauen, mittlerweile hat sich aber so viel Kram angesammelt, das ich erstmal ein Ausweichquartier finden muss oder nur stückweise betonieren könnte. Irgendwann werde ich mich sicher aufraffen. Es ist ja nicht nur der Fußboden, es fehlen ja auch noch Werkbänke.

Übrigens- die Beleuchtung hier ist auch recyclet. Die Spots sind 12 V, Sockel GU 5.3- 8 LED Lampen an einem 120W Trafo. Die alte Aiwa Anlage habe ich mit einem Bluetooth- Adapter über den Aux Port verbunden. So kann ich Musik vom Telefon hören.

Equipment

Wenn man sich an alle möglichen Projekte heran traut, stellt man fest, das man ganz schnell mal spezielles Werkzeug braucht- was sich dann schnell ansammelt. Wenn der Rasenmäher oder die Kettensäge streiken kauft man schnell mal einen Kompressionsmesser, Zündungstester oder ein Zündkerzentestgerät. In den meisten Fällen frage ich mich:

mein Multimeter

mein Multimeter

  1. was kostet der Sevice
  2. was kostet das defekte Gerät neu
  3. macht eine Reparatur Sinn
  4. will ich es analysieren

Genauso schnell kommt man zu einer Elektrofeile oder merkt sehr schnell, das das Multimeter vom Baumarkt nicht unbedingt das „Non Plus Ultra“ ist. Ich muss nicht erwähnen, das ich keinerlei Geld oder sonstige Vergütungen bekomme, nur weil ich es hier zeige. Das Bild hat lediglich auflockernden Charakter.

Wieso? Was macht das mit mir?

Die Frage nach dem Wieso habe ich mir früher nicht gestellt. Oft hatte ich kein Geld und musste etwas altes wieder reparieren. Heute macht es mich einfach glücklich. Da hat man zum Beispiel einen alten amerikanischen Kommunalsauger- billig geschossen weil er nicht anspringt. Wenn ich dann nach Anreisser reparieren und befestigen, Ölwechsel, Reinigung und 3(!) Tage Vergaser reinigen (Hohlnadel!!!) sowie Dichtungen erneuern erste „Lebenszeichen“ vom Gerät vernehme, ist das für mich ein unbeschreiblich gutes Gefühl. Mal ganz abgesehen davon, das „die Umwelt“ das sicher auch gut findet.

einige Exponate

was fehlt noch

Eine Maschinenbügelsäge und eine Drehbank würde ich noch cool finden, das aber gibt der Fußboden (noch) nicht her.

Charleston, die erste „Jugendkultur“

In diesem Beitrag wird es keine Bilder geben, dafür aber Links. Es ist für mich einfach irre 200…300 Euro für eine Lizenz  auszugeben um hier ein zwei authentische Bilder zu haben.

Vor 100 Jahren transportierte Josephine Baker einen Tanz nach Europa. Getan hat sie dies nur um der Apartheid zu entgehen- da sie in Amerika keine Chance auf ein freies Leben gehabt hätte. Über einen Förderer bekam sie Auftritte in Berlin und Paris. Was beide nicht wussten: damit schufen sie die erste Jugendkultur in Europa. Wir reden über den CHARLESTON. Weit mehr als ein Tanz!

der Ursprung

Der Name Charleston kommt von der gleichnamigen Hafenstadt in Amerika, weil er sich von dort aus als weißer Gesellschaftstanz etablierte. Seine Ursprünge liegen in einer Mischung aus Juba – Dance, einem Tanz versklavter afrikanischer Plantagenarbeiter und Europäischen Tänzen wie etwa dem Congé und dem Branle, aus denen auch einige Bewegungen entliehen sind.

das Besondere

Charleston ist ein sehr schneller Tanz der viel Lebensfreude vermittelt. Er ist in vielen Dingen frei gestaltbar, so gibt es zwar eine Grundsätzliche Schritt- und Bewegungsfolge, die aber nie 100% bindend ist. Lustige Einlagen gehören immer dazu. Bekanntestes Beispiel Knocky Knees oder auch der Scarecrow– der es bis in den HipHop geschafft hat. Erwähnt sein hier auch noch Windmill, Bubbles und Side to Side oder Doubles.  Wie frech und Selbstbewußt dieser Tanz dann wirkt sieht man hier. Natürlich sind das längst nicht alle Figuren. Charleston wurde damals schon einzeln ,als hetero- oder homo- Paar getanzt. Die Frau wird nicht vom Mann dirigiert/ geführt, sie tanzt selbstständig. Beide Partner müssen also während des Tanzes kommunizieren oder eine eingeübte Choreographie haben.

Ein Tanz macht noch keine Jugendkultur

Zu Beginn des 20ten Jahrhunderts änderten sich für Frauen viele Dinge zum positiven. Erwähnt sei hier unter anderem Johanna Kappes – die erste Studentin Deutschlands. Oder die Erfindung des BH’s von Christine Hardt in Dresden- der legere Kleidung ermöglichte ohne „unschicklich“ zu sein. Man darf nicht vergessen, das damals noch ganz andere und heute unsinnig wirkende Moralvorstellungen in der Gesellschaft verankert waren. Seit 1918 hatten sie Wahlrecht und als im Februar 1919 Marie Juchasz als erste Abgeordnete im deutschen Parlament sprach, war das ein Befreiungsschlag, den niemand übersehen konnte.

Mit den neuen Rechten stürmte die Jugend voran. Geboren war ein neuer Stil sich anzuziehen, zu frisieren, sich zu geben. Die „Flapper“ waren die Trendsetter, ihr Tanz war der Charleston. Geboren war die erste Jugendkultur- auf Frauen gestützt, die sagten „Das kann ich auch!“ Im Deutschland vor der Anglifizierung nannte man sie übrigens plump „Neue Frauen“.

unvergessene Accessoires

Bob- Haarschnitt mit Cloche- (Glocken-) Hut oder Feder mit Stirnband, oder mit Wasserwelle, eng anliegend, oder kurz und mit Pomade angeklebt wie Josephine Baker. Die Zigarettenspitze. Nicht zu vergessen die wunderschönen Kleider, mit Fransen oder Glitzer in wirklich schönen Farben. Und die dazu passende, fröhliche Musik.

Fazit

Der Charleston war Teil einer Jugendkultur in einer Aufbruchzeit. Forschung und Technik entwickelten sich immer weiter und die ersten Früchte der Liberalisierung und „Gleichberechtigung“ der Frau waren greifbar. Erwähnt sei hier nur Liselotte Meitner.

Die erste Jugendkultur wird auch  100 Jahre nach ihrer Entstehung gepflegt und bewundert. Die wilden 20er waren eine wirklich verrückte Zeit, auch mit dem relativ abrupten Ende durch die schwere Wirtschaftskriese 1929. Für mich ist das Rock ’n Roll Zeitalter dagegen langweilig.

Als ich 14 oder 15 war, habe ich ein Bild meiner Großmutter gesehen: Bob Schnitt, Glockenhut, Fransenkleid… Sie sah umwerfend aus. Leider ist das Foto verschollen. Gern hätte ich es hier gezeigt.

am Rande

Natürlich konnte das Lebensgefühl der wilden 20er nicht von den armen Menschen gelebt werden, (Jugend-)Kultur kostet immer Geld und essen war schon immer wichtiger als tanzen. Aber, wenn es die Kultur einiger weniger gewesen wäre, dann hätten wir sie heute schon längst vergessen.

Wer mehr sehen will, der kann gern mal bei Youtube den Kanal MyCharlestondance durchforsten.

Musik findet man hier.

heute

Der Charleston wird immer noch gepflegt- meist von Profi- Tänzern oder Menschen die im Tanz ein Hobby gefunden haben. Übrigens- nach dem Charleston gab es Lindy- Hop und Balboa. Keiner von beiden ist aber so freizügig und ausgeflippt wie der Charleston.

danke für’s nur lesen.